Islamisierung: die Querfront der gesellschaftlichen Regression

Die woke Identitätspolitik, spätbürgerlicher Opportunismus und der Schutz des Islams bedrohen die säkular-demokratische Lebensordnung.
JIP, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die politischen Herrschaftsinstitutionen sehen sich mit einem extremen Hegemonieverlust konfrontiert. 87 Prozent der deutschen Staatsbürger sind unzufrieden mit der Arbeit der schwarz-roten Bundesregierung[1]. Nur 30 Prozent setzen ihr Vertrauen in die EU[2].

Generell befindet sich die gegenwärtige politische Landschaft des Westens in einem Zustand fortgeschrittener struktureller und geistig-kultureller Regression. Während die öffentliche Debatte von einem permanenten, medial hochgepeitschten bipolaren Lagerkampf zwischen dem globalkapitalistischen Herrschaftskartell (etablierte Parteien, Staat und öffentlich-rechtliche Medien) einerseits und der „rechtspopulistischen“ Opposition andererseits beherrscht wird[3], vollzieht sich hinter den Kulissen ein fundamentaler Verrat an den emanzipatorischen Errungenschaften und Wertegrundlagen der europäischen Kultur. Um diese Dynamik genauer zu durchdringen, bedarf es einer analytischen Demaskierung jener Kräfte, die fälschlicherweise als „links“ bezeichnet werden, sowie jener konservativen Akteure, die ihre eigene historische Mitverantwortung hinter rhetorischen Nebelkerzen verbergen.

I. Die Perversion des Progressiven: Von der Aufklärung zur Kumpanei mit der islamischen Herrschaftskultur

Grundsätzlich ist Folgendes festzuhalten: Die sogenannte „Woke-Linke“ hat mit den wissenschaftlich-weltanschaulichen Fundamenten der klassischen Linken – namentlich dem historischen Materialismus von Marx und Engels sowie dem Universalismus der Aufklärung – radikal gebrochen. Wo die Aufklärung die universelle Vernunft und die allgemeinmenschliche Mündigkeit einforderte und der Marxismus die ökonomische Basis (Klassenstruktur; Eigentumsverhältnisse) als entscheidende Grundlage zwischenmenschlicher Herrschaftsverhältnisse analysierte, operiert die woke Identitätspolitik im Geiste der postmodernen Zerstörung fortschrittlich-emanzipatorischer Subjektivität.

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Durch den Einfluss von Michel Foucault und den Postcolonial Studies wurde das Streben nach Annäherung an die objektive Wahrheit durch einen subjektivistischen Relativismus ersetzt, der das kognitive Streben nach Wahrheit durch eine vulgär-gruppenideologische „Standpunkt-Theorie“ ersetzt. Herrschaft wird nicht mehr in historisch-materialistischer Perspektive als Einheit von ökonomischer Ausbeutung, politischer Unterdrückung und ideologischer Bevormundung analysiert, sondern auf einen idealistisch verabsolutierten Sprachfetischismus reduziert. Demnach gilt Sprache nicht mehr als Werkzeug, um die reale Welt zu beschreiben. Stattdessen erschafft die Sprache die Wirklichkeit erst. Wer die Sprache kontrolliert, bestimmt demnach, was als „wahr“ oder „falsch“ gilt. Infolgedessen gibt es gibt keine objektive Erkenntnis der Wirklichkeit mehr. Alles ist nur noch eine Frage der persönlichen Perspektive. Die Realität wird komplett in das Innere des Einzelnen oder in die Wahrnehmung von Gruppen verlagert.

Das Ergebnis ist dann ein regressiver Kulturrelativismus: An die Stelle des Leitwerts einer allgemeinmenschlichen Höherentwicklung im Rahmen einer herrschaftskritischen Praxis tritt die Zersplitterung in ethnische, sexuelle und kulturelle Identitätsgruppen (Tribalismus), die – mit Ausnahme der „bösen Kultur des weißen Mannes“ – nicht mehr kritisch betrachtet und bewertet werden dürfen. Universelle Menschenrechte werden als angeblich „eurozentrische Machtstrukturen“ diskreditiert, wodurch dieser Strömung jeder wissenschaftlich-rationale und ethische Kompass zur Kritik vormoderner Repression abhandenkommt.

Dabei nutzt diese Bewegung – in struktureller Analogie zur ehemaligen Strategie des Nationalsozialismus, der sich zwecks betrügerischer Tarnung seines totalitär-eliminatorischen Antikommunismus einer arbeiterorientierten Rhetorik bediente – formal linke, emanzipatorische Begrifflichkeiten. Tatsächlich aber hat sie sich jedoch von den humanistischen und universalistischen Fundamenten der klassischen Linken total entfernt. Es handelt sich um eine Mimikry: Unter dem Mantel des Schutzes von Minderheiten wird eine Agenda exekutiert, die autoritär- kollektivistische Herrschaftskulturen wie den Islam ideologisch beschützt und romantisiert.

II. Disproportionale Macht: Die Hebelwirkung der Aufmerksamkeitsökonomie

Obwohl die Anhänger der Woke-Ideologie[4] zahlenmäßig eine verschwindend kleine Minderheit der Bevölkerung darstellen, entfalten sie dennoch eine überdimensionale gesellschaftliche Wirkung. Dies liegt an ihrer strategischen Konzentration in gesellschaftlich relevanten Schlüsselbereichen: Sie dominieren zunehmend an den Universitäten, in den Medien, in Kulturinstitutionen sowie in den PR- und HR-Abteilungen großer internationaler Konzerne. Durch diese institutionelle Verankerung üben sie Einfluss auf den öffentlichen Diskurs aus, der weit über ihre reale Verankerung in der Bevölkerung hinausgeht.

Verstärkt wird diese Asymmetrie durch die strukturelle Logik der modernen digitalen Infrastruktur. Digitale Plattformen wie X (ehemals Twitter), Instagram oder TikTok sind algorithmisch darauf programmiert, Empörung, moralische Zuspitzung und Polarisierung zu belohnen, da diese die höchste Nutzerinteraktion erzeugen. Eine laute, hochgradig digital vernetzte und akademisch privilegierte Minderheit kann in diesen Räumen mühelos den Eindruck erwecken, eine Mehrheitsmeinung oder eine dominante Strömung zu repräsentieren. Die Bewegung verfügt somit über eine mediale und institutionelle Hebelwirkung, die durch die Dynamik dieser digitalen Aufmerksamkeitsökonomie künstlich aufgebläht und als gesellschaftlicher Konsens inszeniert wird.

III. Die ökonomische Basis: „Woke Capitalism“ als Herrschaftsinstrument

Diese paradoxe Verkehrung des linken Diskurses ist kein isoliertes akademisches Phänomen, sondern korrespondiert perfekt mit den Interessen des globalisierten Spätkapitalismus. Der sogenannte „Woke Capitalism“ nutzt die identitätspolitische Bewegung als hocheffizienten ideologischen Überbau, um handfeste ökonomische Machtstrukturen abzusichern und zu legitimieren.

Für transnationale Großkonzerne bietet die woke Ideologie eine willkommene Ablenkung von der Klassenfrage: Solange gesellschaftliche Debatten über geschlechtergerechte Sprache, Quotenregelungen oder firmeninterne Diversitäts-Workshops geführt werden, geraten reale materielle Ausbeutungsverhältnisse aus dem Blickfeld. Es ist für Amazon, Apple oder Google erheblich billiger, Firmenlogos im Pride-Month in Regenbogenfarben zu färben, als gewerkschaftliche Organisationen zuzulassen, existenzsichernde Löhne zu zahlen oder faire Steuern zu entrichten. Die Identitätspolitik liefert dem Kapital die moralische Absolution für die fortgesetzte ökonomische Mehrwertabpressung.

Gleichzeitig dient sie als Disziplinierungs- und Fragmentierungswerkzeug der Belegschaften: In den HR-Abteilungen (Human Resources) sorgen „Diversity, Equity and Inclusion“-Programme (DEI) dafür, dass Mitarbeiter nicht mehr als Angehörige einer solidarischen Arbeiterklasse begriffen werden, sondern als Träger partikularer Identitätsmerkmale, die zueinander in Konkurrenz gesetzt werden. Eine identitätspolitisch fragmentierte Belegschaft streikt nicht gemeinsam. Zudem wird der unregulierte globale Markt, der für seine Verwertungsprozesse die tendenzielle Auflösung von Nationalstaaten und eine radikale Entwurzelung des Menschen benötigt, durch die progressive Rhetorik moralisch veredelt. Der Wokeismus hat so die klassisch-linke Theorie und Praxis verdrängt und fungiert nunmehr als eine PR-Agentur für die Profitmaximierung des multikulturellen Neoliberalismus.

IV. Die unheilige Allianz: Woke Apologetik und die islamischen Vorhutkräfte

Das eklatanteste Paradoxon dieser Entwicklung ist die politisch-ideologische Kollaboration dieser identitätspolitischen Bewegung mit theozentrischen, extrem autoritären und anti-emanzipatorischen Kräften wie dem grund- und menschenrechtswidrigen Islam. Dabei wird die Welt in ein binäres Täter-Opfer-Schema eingeteilt, in dem der säkulare Westen als universeller Unterdrücker definiert wird. Jede Kraft, die sich gegen diesen Westen stellt, wird automatisch als „Widerstand“ romantisiert.

Hierbei nutzen die islamischen Vorhutkräfte die Schwachstellen des postmodernen Diskurses strategisch aus: Durch das Framing des Islams als Kultur einer „marginalisierten Minderheit“ und die Etablierung des Kampfbegriffs der „Islamophobie“ wird jede rationale, aufklärerische Religions- und Ideologiekritik gegenüber nichtwestlichen Herrschaftskulturen paradigmatisch tabuisiert. Unter dem Deckmantel des Antirassismus schützt die woke Bewegung somit autoritär patriarchale Gewaltstrukturen, Antisemitismus und Homophobie in migrantischen Milieus vor Kritik. Es kommt zu einer moralischen Asymmetrie: Während westliche Strukturen hyperkritisch „dekonstruiert“ werden, erntet der vormodern-islamische Totalitarismus kulturrelativistisches Schweigen oder gar apologetische Verklärung. Dies ist der vollständige Kollaps des emanzipatorischen (klassisch-linken) Anspruchs.

V. Die bürgerliche Nebelkerze: Konservativer Opportunismus als Bestandteil der spätkapitalistischen Ideologie

Die tendenziell übertriebene Erregung bürgerlich-konservativer Kreise (insbesondere seitens der CDU/CSU) über die Auswüchse des Wokeismus darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Empörungskulisse zu erheblichen Teilen als Ablenkungsmanöver fungiert. Die Union nutzt die Absurditäten und Rechts-Links-Verkehrungen im Kontext der woken Identitätspolitik[5] gezielt, um von ihrer eigenen, jahrzehntelangen pro-islamischen und islamapologetischen Agenda abzulenken.

Historische Weichenstellungen wie die Einrichtung der Deutschen Islamkonferenz unter Wolfgang Schäuble adelten auslandgesteuerte Islamverbände als offizielle Repräsentanten der Muslime und drängten säkulare, aufgeklärte Migranten und Ex-Muslime an den Rand. Parolen wie Christian Wulffs „Der Islam gehört zu Deutschland“ verliehen der verfassungsfeindlichen Ausbreitung islamischer Herrschaftskultur den parteienstaatlichen Segen. Die Migrationspolitik der Ära Merkel folgte letztlich der utilitaristischen Logik des „bunten“ Spätkapitalismus, der nach der unregulierten Zufuhr von angeblichen Arbeitskräften aus überbevölkerten Herrschaftsregionen verlangte, während die gesellschaftlichen Folgekosten über die Sozialsysteme vergesellschaftet und gleichzeitig vermittels „gutmenschlicher“ Propaganda vernebelt wurden.

Zwar agieren auch die SPD sowie Bündnis 90/Die Grünen als dezidiert islamapologetische und islamkritikfeindliche Parteien, die zudem noch spürbarer und direkter durch islamische Akteure unterwandert sind; ihr historisches regierungspolitisches Gewicht bei der strukturellen und rechtlichen Verankerung dieser Verhältnisse im Bund war und ist jedoch deutlich geringer als das der jahrzehntelang dominierenden Union.

Heutige bürgerlich-konservative Regierungspolitiker wie Friedrich Merz erweisen sich vor diesem Hintergrund als wortbrüchige Papiertiger: In ihrem erfolglosen Bestreben der „Kleinhaltung“ der AfD bewirtschaften sie zwar vordergründig-rhetorisch die politische Frustration der Bürger, bleiben aber strukturell an die globalistischen Zwänge des Marktes gekettet, der für seine Verwertungsprozesse einen schrankenlosen Wertenihilismus unter der Fahne der „Diversität“ benötigt. Dass dieser Kurs trotz schlechter Umfragewerte systemimmanent fortgesetzt werden soll, zeigte sich auch in den Personaldebatten der Union: Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst, der zwischenzeitlich als ein potenzieller Nachfolger von Merz gehandelt wurde, steht paradigmatisch für die Fortführung einer Islam- und Migrationspolitik des Merkel-Lagers, die auf Einbindung der Islamverbände, kontrollarmen Zuzug und antiislamkritische Kampagnen setzt[6].

VI. Die christlichen Kirchen als Agenturen der Islamkollaboration und Verteidigung der irregulären Masseneinwanderung

Eine wesentliche Bastion des bürgerlichen Konservatismus bilden nach wie vor, trotz zunehmender Bedeutungsverluste, die christlichen Kirchen. Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche erhoffen sich von der Ausbreitung des Islams in Deutschland eine Umkehrung oder doch zumindest eine effektive Abschwächung des gesamtgesellschaftlichen Einflussrückgangs des monotheistisch ausgerichteten Religiösen. Sie spekulieren damit auf eine indirekte Stärkung ihrer eigenen Machtpositionen und eine positive Teilhabe an der schleichenden Ausbreitung der islamischen Herrschaftskultur in Deutschland.

Nach außen wird diese interessierte proislamische Ausrichtung und Verharmlosungshaltung durch einen engen Austausch mit den Islamverbänden flankiert und als „interreligiöser Dialog“ verklärt. Gleichzeitig reihen sich die Funktionäre des Katholizismus und Protestantismus nahtlos in die ideologisch bunte Querfront der systematischen Verleumdung von begründeter Islamkritik ein. Unter dem Motto „Islamophobie verträgt sich nicht mit Gottes Liebe“ zeigt sich eine dekadente Aktualisierungsform des ethisch aufgeladenen Masochismus der „Feindesliebe“.

Dabei werden die grund- und menschenrechtswidrigen Inhalte des Islam, einschließlich der historisch konstanten islamischen Christenfeindlichkeit, verdrängt beziehungsweise verleugnet. Auch die aktuellen Repressionen und Feindseligkeiten gegen Christen in islamischen Ländern werden konsequent ausgeblendet. Stattdessen halluzinieren der aktuelle Papst und sein Vorgänger, der wahre Islam sei gewaltlos. Die katholische Kirche betont fortlaufend in abstrakt-verklärender Weise „die Gemeinsamkeiten von Juden, Christen und Muslimen in der traditionellen Nachfolge des Glaubensvaters Abraham“. Im direkten Gegensatz dazu erklärt der Koran (Sure 3, 65–71) Abraham zum ersten Muslim und stellt apodiktisch fest: „Als (einzig wahre) Religion gilt bei Gott der Islam“ (Sure 3, 19).

Abgerundet wird diese zugleich naive wie selbstbeschädigende christliche Haltung in der pseudohumanistisch verbrämten Verteidigung der unregulierten Massenimmigration aus islamischen Ländern im Anschluss an die politische Fehlentscheidung der Grenzöffnung. Ein symbolischer Höhepunkt war dabei die Geste der Fußwaschung durch Papst Franziskus im Jahr 2016 an Asylbewerbern, welche die stattfindende destruktive Migrationspolitik gewissermaßen sakralisierte. Diese rein moralische, emotionale Inszenierung blendete die massiven, oft konfliktgeladenen Begleiterscheinungen der ungesteuerten Zuwanderung nach Europa völlig aus. Mittlerweile sind insbesondere die kirchlichen Wohlfahrtsverbände (Caritas, Diakonie) feste und profitierende Bestandteile der nationalen Asyl- und Migrationsindustrie, während mit dem sogenannten „Kirchenasyl“ zugleich die staatliche Rechtsanwendung (Vollzug rechtmäßiger Abschiebungen) systematisch untergraben wird.

VI. Der institutionelle Verfall des Wissenschaftsbetriebs

Diese soziokulturelle und politische Regression spiegelt sich auch unmittelbar im Verfall der universitären Landschaft wider. Die Universitäten, einst Bastionen des rationalen Arguments, haben gegenüber dem woken Kulturrelativismus bis hin zur Unterstützung islamischer Terrorgruppen wie der Hamas weitgehend kapituliert und sind zu Brutstäten eines neuen israelbezogenen Antisemitismus geworden. An die Stelle von empirischer Überprüfbarkeit und herrschaftsfreiem Diskurs ist eine unterwürfige Konformitätskultur getreten, die von einer akademischen Funktionärsklasse verwaltet wird[7].

Wie kritische Autoren nachgewiesen haben, wurden insbesondere die Geistes- und Sozialwissenschaften in ideologische Repressionskammern verwandelt[8]. Durch antizipatorischen Gehorsam, Angst vor Reputationsverlust und strategische Tabuisierungen meiden Forscher existenzielle Themen wie die Biologie des Geschlechts oder die Schattenseiten der Migration. Die Universität produziert somit keine mündigen Subjekte mehr, sondern hyper-konforme Rädchen für die HR- und PR-Abteilungen des postmodernen „Woke Capitalism“.

VII. Gegenmodell Mündigkeit: Der Ausweg aus der postmodernen Niedergangsspirale

Das prinzipielle Gegenmodell zu diesem regressiven Dreiklang aus woken „Fake-Linken“, bürgerlich-konservativen Opportunisten und dem globalen Kapital wäre die Wiederbelebung des fortschrittlich-säkularen Konzepts der Aufklärung und Mündigkeit als Grundlage einer wirklichen Demokratie.

Während der woke Aktivismus einen Kult der Vulnerabilität betreibt, den „Opferstatus“ zur moralischen Währung erhebt und nach infantilisierenden Schutzräumen (Safe Spaces) verlangt, versteht eine echte Aufklärung Mündigkeit als das aktive, autonome Vermögen zur rationalen Realitätsverarbeitung. Mündigkeit bedeutet, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen und Herrschaftsstrukturen – ob kapitalistische Ausbeutung, stalinistische Unterdrückung oder religiöse Unterwerfung – objektiv zu durchschauen und zu bekämpfen.

Gegenbewegungen der Gegenwart wie das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) versuchen vorgeblich zwar dieses Vakuum zu füllen, leiden jedoch unter eigenen gravierenden Schwächen: So agiert das BSW primär realpolitisch-populistisch ohne tiefere islam- und migrationskritische Systemanalyse, wirkt zum Teil wie ein ideologischer Vorposten Russlands und steht mit einem Bein im Lager der pauschalen Israelfeinde mit Übergang zur Nähe von Hamas-Unterstützern und verkennt die starke Verankerung der Hamas-Terroristen in der palästinensischen Zivilbevölkerung.

Fazit

Woke Kulturrelativisten und bürgerliche Konservative sind letztlich zwei Seiten derselben spätkapitalistischen Medaille. Eine Überwindung der ausgeprägten Niedergangskrise und der drohenden kulturellen Regression kann nur gelingen, wenn sich eine alternative gesellschaftliche Kraft formiert, die eine gerechte Wirtschafts- und Sozialpolitik im Interesse der werktätigen Bevölkerung mit dem kompromisslosen Universalismus der Aufklärung und einer konsequenten Religions- und Herrschaftskritik gegenüber der Islamisierung verbindet. Erst wenn das Ziel wieder die Emanzipation des Individuums und dessen Bildung zu einem mündigen Subjekt ist, dass zu praktisch-kritischer Vergemeinschaftung und politisch-strategischer Durchsetzung befähigt ist, kann die regressive Querfront durchbrochen werden.


[1] ARD Deutschlandtrend Juni 2026.

[2] https://civey.com/umfragen/469/wie-gross-ist-ihr-vertrauen-in-die-europaische-union-eu?utm_source=b2cnewsletterl&utm_medium=email&utm_campaign=20260607_sendinblue_2329

[3] Siehe dazu Hartmut Krauss: Globalkapitalistischer Postmodernismus contra Rechtskonservatismus. Zur bipolaren Spaltung und gesellschaftlichen Lähmung des westlichen Spätkapitalismus. In HINTERGRUND IV-2025, S. 3-13.

[4] Der Wokeismus ist im Grunde eine aggressive Radikalisierungsform des postmodernen Kulturrelativismus. Bereits dieser zielt darauf ab, eine herrschaftskritische Analyse und Bewertung nichteuropäischer (nichtweißer) Kulturen anhand universell gültiger (menschenrechtlicher) Kriterien zu verhindern, indem er eine solche kritische Betrachtung als „(post-)kolonialistisch“ diffamiert. Das bedeutet: Kritik gegenüber nichteuropäischen Kulturen, deren tragenden Weltanschauungen, subjektivierten Einstellungen und Verhaltensweisen unterliegt dem Bannstrahl eines Tabus. – Im Wokeismus nun wird diese Ideologie dahingehend radikalisiert, dass jede Form der Kritik an nichtweißen Weltanschauungen und damit auch an den Einstellungen und Verhaltensweisen von eingewanderten Islambefolgern als „rassistisch“ verleumdet und anhand dieser Verleumdung eine hetzerische Cancel culture ausgeübt wird. – Die Zeit ist mittlerweile überreif für einen massiven und offensiven Counterpunch gegen diese demagogische Ideologieform und ihre Träger. Siehe auch: https://hintergrund-verlag.de/spaetkapitalistische-systementwicklung/hartmut-krauss-reaktionaere-agenda-in-pseudofortschrittlichem-gewand-wake-up-call-against-wokeness/

[5] Im Zentrum dieser Verkehrungen auf der historisch-dialektischen gewachsenen Rechts-Links-Achse stehen folgende semantischen Desorientierungen: (1) Akteure, die sich mit ihrer Schönfärbung, Verharmlosung und Unterstützung religiös-vormoderner nichtwestlicher Herrschaftskulturen im schroffen Gegensatz zur Radikalaufklärung und der an Marx anschließenden Theorieentwicklung befinden und politisch-ideologisch zu einem funktionalen Bestandteil des globalkapitalistischen Herrschaftssystem geworden sind, werden ohne jede kritisch-reflexive Distanz als „Linke“ etikettiert. (2) Zugewanderte Anhänger einer monotheistisch inszenierten, inhaltlich-normativ durch und durch rechtsextremistischen Herrschaftsideologie wie dem Islam werden im Gegensatz zu einheimischen Rechtsextremisten als Schutzobjekte einer reaktionär verunstalteten „Religionsfreiheit“ verkannt und missdeutet. (3) Im Sinne eines klassisch-rechten Affekts gegen alles vermeintlich oder real Nichtkonservative und Fortschrittlich-Emanzipatorische werden die dekadenten Bestrebungen des globalkapitalistischen Herrschaftskartells in Richtung der Erzeugung multikultureller Mischgesellschaften pauschal als „links“ halluziniert. Damit wird im Endeffekt der spätkapitalistischen Herrschaftsapologie und –verschleierung in die Hände gespielt und zugleich der Versuch unternommen, das fortschrittlich-emanzipatorische Sozialerbe der europäischen Moderne als einzig tragfähige Orientierungsgrundlage für eine bessere Zukunftsgestaltung auszumerzen und wahlweise durch christlichen Fundamentalismus, autoritären Ethno-Nationalismus oder sozialdarwinistischen Neoliberalismus zu ersetzen.

[6] Siehe z. B. die Einrichtung der „Meldestelle zu antimuslimischem Rassismus“ (MEDAR) durch die schwarz-grüne Landesregierung in NRW. Zur Kritik der islamapologetischen Konstrukte „antimuslimischer Rassismus“ und „Muslimfeindlichkeit“ siehe https://hintergrund-verlag.de/analyse-der-islamischen-herrschaftskultur/hartmut-krauss-zur-kritik-des-islamapologetischen-antirassismus/ und https://hintergrund-verlag.de/analyse-der-islamischen-herrschaftskultur/hartmut-krauss-musliminnenfeindlichkeit-im-thueringen-monitor/

[7] „Informationen und Deutungsrahmen aus dem Umfeld der Hamas werden vielerorts unkritisch übernommen, während ihre Taten sprachlich relativiert oder verharmlost werden bis hin zur offenen Legitimierung als angeblicher „Widerstand“, insbesondere unter manchen jungen Aktivist:innen im Umfeld von Hochschulen.“ https://n-j-h.de/herausforderungen-in-der-auseinandersetzung-mit-antisemitismus-an-hochschulen-initiative-netzwerk-juedischer-hochschullehrender-in-deutschland-oesterreich-und-der-schweiz/

[8] Siehe z. B. den Band „Angriff auf die Wissenschaftsfreiheit“. Herausgegeben von Harald Schulze Eisentraut und Alexander Ulfig. https://alexander-ulfig.de/2022/09/05/ankuendigung-angriff-auf-die-wissenschaftsfreiheit/

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