Weltgesundheitsorganisation: Die USA sind raus!

Vor einem Jahr, unmittelbar nach seinem Amtsantritt hatte Donald Trump den US-Austritt aus der WHO verordnet. Nach dem Ablauf der Kündigungsfrist ist seit 22. Januar fix – inklusive Rückholung der US-Fahne
United States Mission Geneva, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Als eine der ersten Aktionen seiner zweiten Amtszeit unterzeichnete Donald Trump im Januar 2025 medienwirksam eine Durchführungsverordnung zum Austritt der USA aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Dies sorgte wie zu erwarten weltweit für Aufsehen und machte gleich zu Beginn der America-First-Ära klar, dass hier nicht nur versprochen, sondern auch gehandelt wird.

Nun ist die einjährige Kündigungsfrist abgelaufen und die USA sind nicht länger Mitglied der Weltgesundheitsorganisation. Diese hat allerdings Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieses Vorgangs geäußert, da die USA seit Unterzeichnung der Order auch jegliche Zahlungen an die Organisation eingestellt haben.

Die WHO stellt fest, dem Austritt nicht zugestimmt zu haben und besteht auf den Erhalt der fehlenden Mitgliedsgelder. „Die WHO weigert sich, die amerikanische Flagge herauszugeben, die vor ihrem Gebäude hing“, so US-Außen- und US-Gesundheitsminister in einem gemeinsamen Statement. Aber da halfen kein Zetern und auch nicht das Einbehalten der amerikanischen Flagge – die USA sind raus.


Die World Health Organisation mit Sitz in Genf, ist eine Sonderorganisationen der Vereinten Nationen (UN) und damit ein Teil dieses globalen Netzwerks. 1948 gegründet, setzte sie sich als Ziel, der gesamten Menschheit Gesundheit zu ermöglichen. Diese wird als „Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit oder Gebrechen“ definiert. („Constitution of the World Health Organization“. www.who.int. Retrieved 18 November 2024)

Laut US Gesundheitssekretär Robert F. Kennedy Junior hat die WHO besonders während der Phase Corona explizit gezeigt, dass sie dazu nicht fähig oder eben auch nicht willig ist.

„Wie viele etablierte Institutionen ist auch die WHO in bürokratischer Aufblähung, verkrusteten Denkmustern, Interessenkonflikten und internationaler Machtpolitik verstrickt. Zwar haben die Vereinigten Staaten historisch gesehen den Löwenanteil der Finanzierung der Organisation getragen, doch haben andere Länder wie China ungebührlichen Einfluss auf ihre Arbeit ausgeübt, und zwar in einer Weise, die ihren eigenen Interessen dient und nicht unbedingt den Interessen der Weltgemeinschaft.“ so Kennedy. (https://www.hhs.gov/one-year-of-maha/index.html)

Wie US-Handelsminister Howard Lutnick in Davos verkündete, sehen die Vereinigten Staaten den herkömmlichen Globalismus als Sackgasse für die US- Ökonomie und Arbeiter.

Der Austritt aus der WHO bedeutet aber keineswegs eine totale Loslösung von den Strukturen und Vernetzungen der internationalen Gesundheitsversorgung.

Der US-Senat hat gegen Trumps Empfehlung für das Fiskaljahr 2026 etwa 300 Millionen Dollar Beiträge für die Impfallianz Gavi beanschlagt. Neben UK und den USA ist die Bill&Melinda Gates Stiftung ein Hauptgeldgeber dieser öffentlich-privaten Partnerschaft.


Aber legt sich auch der Senat mit seinen ihm zu Verfügung stehenden Mitteln quer, so ist dennoch eine Kehrtwende in der US Gesundheitspolitik zu erkennen. So „stellt der Haushalt 500 Millionen US-Dollar für die MAHA-Initiative bereit.

Diese Mittel ermöglichen es dem Minister, sich mit den Themen Ernährung, körperliche Aktivität, gesunde Lebensweise, übermäßige Abhängigkeit von Medikamenten und Behandlungen, den Auswirkungen neuer Technologien, Umwelteinflüssen sowie der Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln und Arzneimitteln im gesamten Gesundheitsministerium (HHS) zu befassen“, so zu lesen im Budgetantrag des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika für das Fiskaljahr 2026. (https://www.govinfo.gov/content/pkg/BUDGET-2026-BUD/pdf/BUDGET-2026-BUD.pdf)

Argentinien scheint dem Weg der USA aus der WHO zu folgen. Die dortige Regierung kritisiert die Rolle der WHO für das Corona-Regime. Im März läuft die argentinische Kündigungsfrist ab.

Auch in Israel gibt es immer mehr Stimmen für einen Austrittt des jüdischen Staates aus der WHO. Dort wird mit nationaler Souveränität und der feindseligen Haltung der UNO gegenüber Israel argumentiert.

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