Gaza und Syrien: US-Kollaboration mit sunnitischen Islamisten

Katar und die Türkei, de facto Staaten der Muslimbrüder, sollen in die Verwaltung des Gazastreifens einbezogen werden. In Syrien hofiert die US-Regierung das Regime aus Al-Kaida-Terroristen.
White House, Public domain, via Wikimedia Commons

Die Kollaboration der US-Regierung mit Katar und der Türkei intensiviert sich. Im Gaza-Streifen hatte man schon im Herbst, kurz vor dem israelischen militärischen Sieg, dem Verbündeten einen Friedensplan aufgezwungen, der zumindest bisher in der Hälfte des Gazastreifens die Hamas-Terroristen an der Macht lässt und ihre Reorganisation zulässt. (Siehe die Analyse hier: https://diefreiheit.info/us-regierung-verrat-an-israel-vor-der-vollendung/)

Besonders perfide daran ist, dass Katar und die Türkei an der neuen Verwaltung und militärischen Kontrolle des Gazastreifens beteiligt werden sollen. Damit wird der Bock zum Gärtner gemacht. Denn Katar war und ist das Hauptquartier und der Hauptfinanzier der Hamas. Die Türkei ist eng mit Katar und der Muslimbruderschaft verbunden, bedroht Israel schon mit ihrem neuen islamistischen Protektorat in Syrien und würde mit Truppen in Gaza eine unmittelbare Gefahr für den jüdischen Staat darstellen.

Die jüngste Entwicklung ist ein doppelter US-Affront gegen Israel. Erstens soll nun in die zweite Phase des Friedensplans übergegangen werden, obwohl die Hamas ihre Verpflichtungen aus der ersten Phase, nämlich ihre Entwaffnung, nicht erfüllt hat – und nicht im Geringsten daran denkt.


Zweitens sind Katar und die Türkei nicht nur für den eher symbolischen „Friedensrat“, der mit Regierungschefs aus aller Welt besetzt werden soll, vorgesehen, sondern auch für das „Exekutivkomitee“, das die tatsächliche Macht in Gaza ausüben soll. Wenn das der Fall ist, wird die Hamas wohl niemals entwaffnet, sondern die Hamas-Mörder zukünftig in neuen Uniformen als Polizisten herumlaufen.

Auch andere Signale von Donald Trump zeigen fehlende Konsequenz und ungustiöse Kollaboration mit den Islamisten. Bezüglich Syrien wird das neue islamistische Regime aus Al-Kaida-Terroristen nicht nur von Figuren wie Emanuel Macron hofiert, sondern auch von der US-Regierung.

Das beginnt mit der Einladung zu internationalen Konferenzen und reicht bis zur politischen Aufwertung und der Unterstützung der „Einheit Syriens“. De facto wird dabei die Massakrierung der Minderheiten der Christen, der Alawiten, der Drusen und der Kurden gedeckt.

Zuletzt haben die USA sogar hingenommen, dass ihre bisherigen kurdischen Verbündeten von den Al-Kaida-Islamisten attackiert und umgebracht werden. Angeblich gab es im Vorfeld offene Absprachen in diesem Sinne.

Ebenfalls irritierend ist, dass Trump die Gelder aus den Ölverkäufen Venezuelas offenbar auf einem Konto in Katar bunkert. Mehr als den US-Behörden vertraut er offenbar den islamistischen Scheichs in Doha. Was sind die Gründe für diese Kollaboration und Anbiederung?

Eine positive Interpretation wäre, dass die US-Regierung sich aktuell auf das Mullah-Regime im Iran konzentriert, sie keine zusätzliche Front im Nahen Osten brauchen kann und deshalb bis auf Weiteres darauf setzt, dass sunnitisch-islamistische Bündnis ruhigzustellen. Das wäre nachvollziehbar, wenn auch wahrscheinlich kurzsichtig.


Israel, das ein viel tieferes Verständnis der Mechanismen des Orients hat, ist da viel klarer. Dementsprechend hat Benjamin Netanyahu die Einbeziehung von Katar und der Türkei in das Gaza-Exekutivkomitee kritisiert, unterstützt der jüdische Staat in Syrien die Drusen und Kurden und hat die israelische Luftwaffe erst kürzlich die neuen türkischen Luftabwehrsysteme des syrisch-islamistischen Regimes bombardiert.

Eine andere, negative, Interpretation der US-Kollaboration mit dem türkisch-katarischen Block und seinen Satelliten wäre, dass auch die US-Regierung unter dem Einfluss von katarischem Geld steht. Es gibt etliche Hinweise, dass nicht nur zahlreiche europäische Politiker von Katar direkt oder indirekt gekauft sind, sondern auch Steve Witkoff und Jared Kushner, die beide für die Gaza-Deals zuständig sind und wohl beide Geschäftsinteressen in Katar haben (siehe hier: https://diefreiheit.info/us-regierung-verrat-an-israel-vor-der-vollendung/)

Bei der ganzen problematischen Entwicklung in Gaza und Syrien ist zumindest ein Punkt positiv. Die neoosmanische türkisch-islamistische Expansion, getragen von katarischem Geld und Einfluss, beschränkt sich nicht auf Nahost und Nordafrika, sondern geht auch Richtung Kaukasus und Zentralasien. Dementsprechend haben sich die türkisch-russischen Beziehungen zuletzt wieder deutlich verschlechtert. Der gemeinsame türkisch-islamistische Feind könnte die israelisch-russischen Beziehungen perspektivisch wieder verbessern.

Die beiden sind eigentlich natürliche Bündnispartner und Netanyahu und Wladimir Putin hatten lange Zeit auch ein gutes Verhältnis zueinander. Erst nach der irrsinnigen, von den Globalisten betriebenen Eskalation in der Ukraine und der russischen Retourkutsche in Gaza wurden die Beziehungen schlechter. Ihre Normalisierung ist für Israel geopolitisch wesentlich, wie an anderer Stellen herausgearbeitet: