Das Djihad-Prinzip als zentrale vorgeschriebene Tätigkeitsform des orthodoxen Islams

Das übergeordnete Ziel der dogmatisch vorgegebenen islamischen Weltanschauung ist die Errichtung einer islamischen Weltherrschaft, die nach den absolut gültigen Richtlinien und Ordnungsprinzipien des islamischen Rechts gestaltet werden soll.
The Israel Project, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Die Grundlage hierfür bietet die unantastbare Setzung der angeblich in Koran und Sunna geoffenbarten Bestimmungen, Anweisungen, Vorschriften, Normen etc. als endgültiger und unabänderlicher Wille Allahs. Konkret bedeutet das die Installierung einer menschenrechtsfeindlichen Lebensführungsdiktatur vermittels des Einsatzes repressiv-terroristischer Kontrollorgane und Instanzen (Religionspolizei, Scharia-Gerichte, paramilitärische Überwachungskommandos und Eingreifgruppen gegen „Unangepasste“ etc.) in jeweils historisch-spezifischer Gestaltungsform.

Voraussetzung für die Realisierung dieser universalherrschaftlichen Zielsetzung ist die Bekämpfung alles „Unislamischen“ und seiner Träger, die unterschiedlichen Abteilungen der Ungläubigen (kuffar), die nicht der islamischen Rechtleitung folgen.

Hat nun ein muslimischer Herrscher ein „Land der Ungläubigen“ besetzt, so haben dessen Einwohner nach klassisch-islamischer Lehre vier Möglichkeiten:

a) Bedingungslose Unterwerfung und Übertritt zum Islam;

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b) Zahlung einer Kopfsteuer und Einnahme der Dhimmi-Position, d. h. der Stellung eines Bürgers „zweiter Klasse“ mit minderen Rechten und zahlreichen Entwürdigungen. Diese Möglichkeit wird aber nur „Besitzern der Buchreligion“, also Christen und Juden gewährt, nicht aber den Anhängern polytheistischer Kulte[1].

c) Tötung durch die muslimischen Eroberer für diejenigen, die den Übertritt zum Islam oder die Zahlung der Kopfsteuer verweigern oder

d) Bewaffneter Kampf/Verteidigungskrieg gegen die muslimischen Okkupanten[2].

In seiner Gründerzeit stimulierte der Islam in mehrfacher Hinsicht eine überlegene, weil besonders ausgeprägte Kriegermentalität: Gegenüber der überlieferten altarabischen Stammesmentalität mit ihrem partikularen Freund-Feind-Denken wird nun die Einheit der Umma in den Vordergrund gerückt und gegen einen neuen Feind ausgerichtet: die Nicht-Muslime in ihren unterschiedlichen Varianten. Zudem bedienen die koranischen Offenbarungen an vielen Stellen das traditionelle arabische Kriegsheldentum, indem die Teilnahme am „Heiligen Krieg“ als „Gottesdienst“ verehrt wird und den Kämpfer im Todesfall ins Paradies und damit in unmittelbare Gottesnähe bringt. Auf diese Weise avanciert die bereits in der altarabischen Überlieferung hoch angesehene kriegerische Praxis zu einer höchst verdienstvollen religiösen Tätigkeit. Insbesondere heiligt und verherrlicht der Islam ein aktivistisches Märtyrertum, wonach im Kampf gefallene Muslime geradewegs ins Paradies einmarschieren.

Betrachten wir vor diesem historisch-genetischen Hintergrund den objektiven Aussage- und Normierungsgehalt der islamischen Glaubenslehre in seiner Gesamtheit und vergegenwärtigen uns den gegenüber Raum und Zeit verabsolutierten Geltungsanspruch der Botschaft Mohammeds, so besteht sein herrschaftliches Kernmotiv darin, die Selbstunterwerfung unter den erdichteten Willen Allahs mit dem Begehren nach Unterwerfung der als minderwertig verachteten nichtislamischen Umgebung zu verknüpfen. Ist dieses Unterwerfungsbegehren aufgrund widriger Kräfteverhältnisse zunächst verwehrt, so bleibt den orthodoxen und „radikal-linientreuen“ Akteuren zunächst immer noch die Errichtung und Abschottung eigenständig überwachter und kontrollierter Herrschaftsräume auch inmitten einer mehrheitlich ‚ungläubigen‘ Gesellschaft. Sobald sich aber dieses quantitative Kräfteverhältnis – auch unter dem aktiven Einsatz der ansässigen Muslime – wandelt, ist nach dem islamischen Gesetz folgerichtig eine qualitative Verhaltensänderung der Muslime programmiert: Jetzt gilt es aus der Position des Schwächeren bzw. Desjenigen, der bislang an seiner göttlich legitimierten Herrschaftsausübung gehindert wurde, in die Position des Unterwerfers überzuwechseln. Das bedeutet a) den Regelkanon der „Dhimmisierung“ gegenüber den monotheistischen Konkurrenten (christliche und jüdische Schriftbesitzer) anzuwenden sowie b) die erzwungene Islamisierung, Vertreibung oder Tötung der Polytheisten und Atheisten/Agnostiker (die wahren Ungläubigen) zu vollziehen.

Der absolute, ewige und universelle, d. h. ‚totale‘ Gültigkeitsanspruch des Islam korrespondiert mit einem expliziten Überlegenheits- und Führungsanspruch. Aus der Perspektive dieser „Auserwähltheit zur Dominanz“ verbietet sich folgerichtig ein gleichberechtigter kultureller Pluralismus als Prinzip zwischenmenschlicher Koexistenz. In besonders klarer Form hat der islamische Vordenker und Wortführer Abu l-Ala Maududi (1903–1979), Gründer der pakistanisch-islamischen Organisation Jamaat-e-Islami, das grundlegende islamische Ziel der Weltherrschaft ausgesprochen: „Das Ziel des Islam ist es, über die gesamte Welt zu herrschen und die ganze Menschheit dem Glauben des Islam zu unterwerfen. Jede Nation oder Macht in dieser Welt, die versucht, diesem Ziel in den Weg zu treten, wird der Islam bekämpfen und vernichten“ (zit. n. Gabriel 2005, S. 106). Und für den schiitischen Islam stellte der unlängst bei einem amerikanischen Raketenangriff getötete oberste Führer der iranischen Gottesdiktatur, Ali Khamenei, in jüngerer Zeit fest: „Da wir davon überzeugt sind, dass der Islam der eine und wahre Glaube ist, haben wir die Pflicht, so lange zu kämpfen, bis die Menschheit entweder (zum Islam) übertritt oder sich der islamischen Herrschaft beugt“ (zit. n. Schirra 2006, S. 154).

Die strategisch-taktische Reflexion der Zielerreichung (islamische Weltherrschaft) bei situativ ungünstigen Kräfteverhältnissen wie unter den Bedingungen westlicher Zuwanderungsländer spiegelt sich im Prinzip der Taqiyya, d. h. in der islamrechtlichen Erlaubnis, bei ungünstigen Kräfteverhältnissen und widrigen Handlungsbedingungen den eigenen Glauben und die aus ihm hervorgehenden Absichten zu verbergen. So heißt es in der Scharia:

„Wenn es möglich ist, ein Ziel nur durch Lügen und nicht durch die Wahrheit zu erreichen, dann ist lügen erlaubt, wenn das Ziel eine erlaubte Handlung ist, und obligatorisch, wenn das Ziel obligatorisch ist. Aber es ist religiös vorsichtiger, an all diesen Fällen Worte zu gebrauchen, die einen irreführenden Eindruck erwecken, das heisst, etwas mit seinen Worten zu sagen, das wörtlich wahr ist, so dass man nicht lügt, während der äussere Sinn der Worte den Zuhörer täuscht. Aber sogar wenn man nicht etwas (Wahres) sagt und einfach lügt, verstösst dies in obengenannten Situationen nicht gegen das Gesetz.“[3]

Da zur „Islamisierung auf leisen Sohlen“ unter den Bedingungen nichtmuslimischer Überlegenheit in den westlichen Zuwanderungsländern für islamische Vorhutkräfte das Prinzip der verhaltenstaktischen Unwahrhaftigkeit bzw. Verschleierung im Umgang mit „Ungläubigen“ unabdingbar ist, gesellt sich zum Prinzip des „zulässigen Lügens“ noch das Prinzip der „schmeichlerischen Täuschung“ (arab.: al-mudarah) hinzu. So heißt es dazu in einer in Kuwait in 45 Bänden erschienenen Scharia-Enzyklopädie (1993-2007), zitiert aus Nagel 2014, S. 310, folgendermaßen:

„Denn die Zuneigung der Menschen gewinnt man nur, indem man ihnen bei den Dingen hilft, die sie für richtig halten. In den Menschen sind nun einmal unterschiedliche Vorlieben und Charakterzüge angelegt, und es fällt den Seelen schwer, aufzugeben, worauf sie geprägt sind. Die lautere Zuneigung (der anderen) gewinnt man eben nur, indem man mit ihnen zusammen teilhat an ihren Sitten, auch wenn sie deiner Ansicht und deiner Neigung zuwiderlaufen. Der Unterschied zwischen der schmeichlerischen Täuschung und der taqija liegt darin, daß letztere vorzugsweise im Falle einer Notlage Schaden abwenden soll, wohingegen die schmeichlerische Täuschung sowohl dazu dient, Schaden abzuwenden, als auch Nutzen einzutragen.“

Das grundlegende Tätigkeitsprinzip des Islams zur letztendlichen Erreichung der normativen Weltherrschaft ist der Djihad, d. h. die multistrategische bzw. mehrdimensionale Kampfführung/Anstrengung für die allgemeingültige Durchsetzung der als „Gottesgesetz“ verstandenen islamischen Vorschriften und Regeln als totalitäres Diktat. Dabei zielt der Djihad sowohl auf die Unterwerfung des Einzelnen (Formung des Individuums zu einem gehorsamen Gottesknecht) als auch auf die Unterordnung der gesamten Menschheit unter das ‚totale‘ Diktat der göttlichen Gesetze[4]. Während im Koran – in Widerspiegelung der Eroberungs- und Raubbeuterpraxis der modellsetzenden mohammedanischen Ursprungsgemeinde – eindeutig die militärische/gewaltsame Bedeutung von Djihad dominiert[5], hat sich das Handlungsprogramm des Djihads unter den Bedingungen der Auseinandersetzung mit der westlich-kapitalistischen Modernität weiter ausdifferenziert, so dass sich heute die folgenden strategischen Ebenen unterscheiden lassen:

1) Der ‚innere‘ Djihad der individuellen (Selbst-)Unterwerfung durch disziplinierte Einhaltung der detaillierten islamischen Lebensvorschriften im Kontext der großfamiliären Überwachungsgemeinschaft mit ihrer repressiven ‚Ehrenmoral‘.

2) Der „Djihad des Wortes“ in Form der Verkündung der islamischen Prinzipien als absolut gültige Normen (da’wa=Ruf zum Islam). Dabei schließt hier „Verkündung“ sowohl den maßregelnden Aufruf zur normativen Gehorsamkeit der Muslime als auch den Aufruf zum Übertritt in die islamische Glaubensgemeinschaft (taglibh=Verbreitung des Islam) – also Missionierung/Überredung – ein.

3) Der „Djihad des Schwertes“ als Durchsetzung islamischer Herrschaft unter Einsatz von Waffengewalt im Falle der Widersetzung durch nichtunterwerfungsbereite Kräfte. Diese Form des Djihads, die in neuerer Zeit unter den Erfahrungsbedingungen westlicher Überlegenheit auch Selbstmordattentate einschließt, wird im Konzept des islamspezifischen Irrationalismus (Paradiesglaube; koranische Aufwertung der bewaffneten Kämpfer/Märtyrer) besonders geadelt und im unmittelbaren Anschluss daran ‚radikalislamisch‘ ausgestaltet.[6] Die Kernbedrohung der Zukunft besteht in der Möglichkeit zur Ausübung des Djihads mit atomaren Waffen.

4) Der politische Djihad im Sinne der Errichtung islamischer Einflusszonen auf nichtislamischem Gebiet: Eroberung internationaler politischer Gremien und islamischer Geltungsräume in nichtislamischen Einwanderungsländern unter Ausnutzung formaldemokratischer Handlungsmöglichkeiten: Anerkennungspolitik für das Tragen von Kopftüchern; Islamunterricht; Installierung von gegengesellschaftlichen Sozialräumen; Etablierung von Scharia-Gerichten; expansiver Moscheebau; Diskriminierung von Islamkritik etc[7].

5) Der ökonomische Djihad in Gestalt von Kapitalexpansion, schariakonformer Finanzanlagen, Etablierung eines expansiven Marktes mit Halal-Produkten[8]‚ ‚Einkaufen‘ in Stiftungen etc. bis hin zu raubökonomischen Formen (Piraterie) und anderen Varianten wirtschaftskrimineller Reproduktion.

6) Der biologische Djihad durch Aufrechterhaltung einer höheren Geburtenrate der Umma im Vergleich zu den nichtmuslimischen Bevölkerungen. Zentrale Voraussetzung hierfür ist die strikte Fixierung der subordinierten und beherrschten Stellung der Frauen bzw. die Verhinderung von freier weiblicher Selbstbestimmung durch das islamische Patriarchat[9].

Literatur:

Gabriel, Mark A.: Islam und Terrorismus. Was der Koran wirklich über Christentum, Gewalt und die Ziele des Djihad lehrt. Gräfelfing 2005. 3. (unveränderte) Auflage.

Heinsohn, Gunnar: Söhne und Weltmacht. Terror im Aufstieg und Fall der Nationen. Zürich 2006 (4. Auflage).

Krauss, Hartmut: Islam, Islamismus, muslimische Gegengesellschaft. Eine kritische Bestandsaufnahme. Osnabrück 2008.

Lachmann, Günter: Tödliche Toleranz. Die Muslime und unsere offene Gesellschaft. München 2006.

Nagel, Tilman: Angst vor Allah? Auseinandersetzungen mit dem Islam. Berlin 2014.

Schirra, Bruno: Iran. Sprengstoff für Europa. Berlin 2006.

Sloterdijk, Peter: Die Bevölkerungswaffe der Islamisten.
http://www.cicero.de/839.php?ausgabe=08/2006

Spuler-Stegemann, Ursula: Muslime in Deutschland. Informationen und Klärungen. Freiburg 2002.

Spuler-Stegemann, Ursula: die 101 wichtigsten Fragen – Islam. 2. überarbeitete Auflage. München 2009.

Tibi, Bassam: Islamische Zuwanderung. Die gescheiterte Integration. Stuttgart München 2002.

Trimondi, Victor und Victoria: Krieg der Religionen. Politik, Glaube und Terror im Zeichen der Apokalypse. München 2006.

Warraq, Ibn: Warum ich kein Muslim bin. Berlin 2004.


[1] Die Existenz von „Gottlosen“ lag zur Zeit des Frühislam noch weitestgehend außerhalb der zeitgenössischen Vorstellungskraft, kam nur sehr vereinzelt vor und dürfte auf noch schärfere Ablehnung und Bekämpfung gestoßen sein als der Polytheismus. Warraq (2004) bietet einen Überblick über Häretiker und Freidenker in der Geschichte des Islam.

[2] Inwieweit ein solcher Verteidigungskrieg auch präventiven Charakter haben könnte, sei hier dahingestellt.

[3] http://ncwdi.igc.org/html/shariavfc.html Siehe dazu auch r8.2 des klassischen islamischen Rechtslehrbuchs „Reliance of the Traveller“ zum „Zulässigen Lügen“.

[4] In einer modernisierten Form unter den erfahrenen Bedingungen westlicher Vorherrschaft spricht die Muslimbruderschaft als einflussreichste islamische Vorhutgruppe in einem Strategiepapier für Nordamerika von einem „zivilisatorischen Djihad“: „Der Prozess der Ansiedlung ist ein ‚zivilisatorisch-dschihadistischer Prozess‘ mit allem, was dieses Wort bedeutet. Die Ikhwan [Muslimische Bruderschaft] muss verstehen, dass ihre Arbeit in Amerika eine Art großer Dschihad ist, der darauf abzielt, die westliche Zivilisation von innen heraus zu beseitigen und zu zerstören und ihr elendes Haus durch ihre eigenen Hände und die Hände der Gläubigen zu „sabotieren“, damit sie beseitigt wird und Gottes Religion über alle anderen Religionen triumphiert.“ https://centerforsecuritypolicy.org/wp-content/uploads/2013/04/CSP-Explanatory-Memorandum.pdf

[5] „Im Koran kommt dschahada in diversen Verbformen und dem davon abgeleiteten Substantiv dschihad fünfunddreißigmal vor, und zwar neunundzwanzigmal in der Bedeutung ‚Dschihad auf dem Wege Gottes‘ – gemeint ist mit der Waffe in der Hand – und zweimal als reine ‚Bemühung, Anstrengung‘ um sich den bösen Gelüsten und Verführungen entgegenzustemmen, was als der ‚größere Dschihad‘ gilt“ (Spuler-Stegemann 2009, S. 125).

[6] Vgl. hierzu zum Beispiel Krauss 2008 und Trimondi und Trimondi 2006. Spuler-Stegemann (2009, S. 127) verweist exemplarisch auf einen weit gestreuten Text der deutschen Konvertitin Fatima Grimm, in dem es heißt: „Ich meine, dass wir etwa um das 15. Lebensjahr herum damit rechnen dürfen, unsere Kinder für den Begriff des Dschihad aufgeschlossen zu finden. … Dazu gehört, dass wir als Mütter nicht feige und ängstlich darauf bedacht sind, unsere Söhne vor jeder Gefahr zu bewahren … Vielmehr sollten wir ihnen immer vor Augen führen, was für eine großartige Auszeichnung es für jeden Muslim ist, für die Sache des Islam mit der Waffe in der Hand kämpfen zu können. Einen größeren Verdienst kann er sich ja durch nichts auf Erden erwerben.“

[7] Das Motto lautet: Wenn Eure Gesetze es hergeben, dann überwinden wir eure westliche Lebensweise und Kultur mit eben diesen Gesetzen.

„Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten!“ (Recep Tayyip Erdogan auf einer Wahlveranstaltung am 6. Dezember 1997, zitiert in „Die Welt“, 22. September 2004. „Der Islamist als Modernisierer“.)

„Nachdem der Islam zweimal vom Kontinent vertrieben worden ist, wird der Islam noch einmal als Eroberer und siegreiche Macht nach Europa zurückkehren. Doch das nächste Mal werden wir Europa nicht mit dem Schwert erobern, sondern im Gebet, und wir werden die Ideologie des Islam verbreiten. Die Eroberung von Rom und die Expansion des Islam wird alle Länder erreichen, über denen die Sonne scheint und der Mond aufgeht“ (Yussuf al-Qaradawi, zit. n. Lachmann 2006, S.175).

[8] So reicht die Palette der Halal-Produkte von Hot-dogs ohne Schweinefleisch bis zu Non-Food-Angeboten wie schariakonformen Hotels, die von einer global wachsenden Halal-Industrie bzw. schariakonformen Parallelökonomie angeboten wird, die mittlerweile bereits auch ihre eigene „Halal Expo Deutschland“ vorweisen kann, die sich selbst als „Europas neueste und dynamischste Plattform“ anpreist, „die sich der Vernetzung der globalen Halal-Branche widmet.“ https://www.halalexpogermany.com/

Vgl. zum Beispiel auch schon 2009 „Mit Allah an der Fleischtheke“ http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,651441,00.html

[9] Dass ‚Biopolitik‘ ganz bewusst als Mittel der islamischen Herrschaftsexpansion eingesetzt wird, zeigt eindeutig das folgende Zitat des ehemaligen Vorsitzenden der IGMG, Erbakan, der auf einer Veranstaltung des IGMG-Gebietes Schwaben am 4. Juni 2001 in Neu-Ulm vor 15.000 Anwesenden sagte: „Ich will deutsche Muslime sehen! Durch die Heirat von deutschen Muslimen mit türkischen Staatsangehörigen und dem Familiennachzug aus der Türkei könnte das Potential von deutschen IGMG-Anhängern rasch wachsen. In einem Zeitraum von fünf Jahren sei so das Ziel zu erreichen, eine erfolgreiche islamische Wahlpartei in Deutschland zu gründen. Voraussetzung für eine Teilnahme an Wahlen sei allerdings die deutsche Staatsangehörigkeit. Auch Karahan sprach von einer islamischen Partei in Deutschland, die in wenigen Jahren den Einzug in den Berliner Reichstag schaffen könne. Denn in Deutschland hielten sich etwa 7 Millionen Moslems legal oder illegal auf. In etwa fünf Jahren werde diese Zahl auf rund 11 Millionen anwachsen. Und in weiteren fünf Jahren etwa 16 Millionen betragen. Dann sei man bereits so stark wie die ehemaligen Einwohner der DDR“ (vgl. Tibi 2002, S. 269f.). Auch wenn die im Zitat unterstellten Zahlen nicht stimmen, so ändert das doch nichts an der deutlich erkennbaren Grundabsicht.

Dass die (Re-)Produktion eines Überschusses sozial frustrierter junger Männer die eigentliche materielle Basis der expansiven islamischen Herrschaftsstrategie darstellt, ist längst ein offenes Geheimnis. Vgl. zum Beispiel Heinsohn (2006) oder Sloterdijk (2006). Die marokkanische Invasionsübung in Ceuta zeigte unlängst das konkret einsetzbare Ausmaß dieser „Waffe“.

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