Bereits im November 2025 hatte Texas hat erste Fakten geschaffen. Gouverneur Greg Abbott stufte die Bruderschaft und die „zivilgesellschaftliche“ CAIR als „ausländische Terrororganisationen und transnationale kriminelle Organisationen“ ein. Kritiker sehen CAIR seit Jahrzehnten als Institution im Umfeld der Muslimbrüder – auch wenn die Organisation das energisch bestreitet.
Vorreiter Texas
Abbott warf der Muslimbruderschaft und CAIR vor, Scharia-Recht „mit Gewalt durchsetzen“ und eine weltweite „Herrschaft des Islam“ anstreben zu wollen. „Diese radikalen Extremisten sind in Texas nicht willkommen“, erklärte er. Durch den Schritt sind die Organisationen sowie deren Mitglieder u. a. vom Erwerb von Grundbesitz in Texas ausgeschlossen.
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Parallel leitete Texas strafrechtliche Ermittlungen gegen CAIR und die Muslimbruderschaft ein. Ziel sei es, Terrornetzwerke zu „identifizieren, zu stören und auszurotten“, sowie Drohungen, Einschüchterung, illegale Paralleljustiz und Versuche, Scharia-Regeln durchzusetzen, zu unterbinden. (Wir haben berichtet: https://diefreiheit.info/us-regierung-verbietet-muslimbrueder-und-will-europa-vor-migration-retten/)
Die Bundesebene hat angekündigt nachzuziehen. Im Repräsentantenhaus reichten Mario Díaz-Balart und Jared Moskowitz den „Muslim Brotherhood Terrorist Designation Act of 2025“ ein. Ziel: Finanzflüsse blockieren und Mitgliedern die Einreise in die USA verwehren.
Und US-Präsident Donald Trump selbst kündigt an: Die Muslimbruderschaft soll offiziell als ausländische Terrororganisation (FTO) gelistet werden, wie er dem US-Portal Just the News am 23. November mitteilte. „Das wird in den schärfsten und stärksten Worten erfolgen“, erklärte Trump. „Die endgültigen Dokumente werden gerade ausgearbeitet.“ (https://exxpress.at/politik/trump-setzt-muslimbruderschaft-auf-terrorliste-mit-den-schaerfsten-worten/)
Aktuelle bundesstaatliche Einstufung
Wir hatten damals kommentiert: „Es wird sich zeigen, ob Katar seinen Einfluss auf Trump und Jared Kushner geltend machen kann, um diesen Schritt noch im letzten Moment abzubiegen. Immerhin ist das Herrscherhaus des Emirats seit Jahrzehnten eng mit der Bruderschaft verbunden, ist Katar der Hauptfinancier und die Operationsbasis der Muslimbrüder. Immerhin liegen Trump und sein Umfeld im Bett mit den Kataris.“
Tatsächlich wurde nun vom US-Finanzministerium und dem Außenministerium nicht die gesamte Bruderschaft, sondern nur Teile von ihr als Terrororganisation eingestuft, nämlich die ägyptische, jordanische und libanesische.
Die Muslimbruderschaft unterstütze – so die US-Regierung – materiell, finanziell und operativ die Hamas, tarne sich jedoch als politisch-religiöse Bewegung oder zivilgesellschaftliches Netzwerk. Die US-Regierung stellt ausdrücklich fest, dass die palästinensische Hamas faktisch ein Ableger der Muslimbruderschaft ist.
Staatssekretär John K. Hurley erklärt: „Die Muslimbruderschaft hat Terrorgruppen wie Hamas inspiriert, genährt und finanziert.“ Und dann noch deutlicher: „Trotz ihrer friedlichen öffentlichen Fassade haben die ägyptischen und jordanischen Ableger aktiv Hamas-Terror unterstützt.“
US-Finanzminister Scott Bessent lässt keinen Zweifel: „Die Muslimbruderschaft hat eine langjährige Geschichte terroristischer Aktivitäten. Wir gehen aggressiv vor, um sie vom Finanzsystem abzuschneiden.“ Und weiter: „Diese Regierung wird den vollen Umfang ihrer Befugnisse nutzen, um terroristische Netzwerke zu zerschlagen, zu zerstören und zu besiegen – wo immer sie operieren.“
Sanktionsliste und Argentinien
Gleichzeitig veröffentlichte das US-Finanzministerium ein offizielles Update seiner Sanktionsliste. Darin werden Taqqosh sowie die Muslimbruderschaft in Ägypten, Jordanien und im Libanon explizit als sanktionierte Organisationen bzw. Personen geführt – teils mit dem Hinweis, dass diese Strukturen mit der Hamas verbunden seien.
Die Sanktionen haben weitreichende Folgen: Vermögenswerte werden in den USA eingefroren, Geschäfte mit den Gelisteten sind für Amerikaner verboten, und es drohen empfindliche Strafen – auch für indirekte Unterstützung. Zusätzlich können diese Einstufungen zu harten Konsequenzen im Migrationsbereich führen, etwa zu Einreiseverboten, dem Verlust von Aufenthaltsrechten oder Ausschlüssen aus Asylverfahren.
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In den Einträgen gibt es auch folgende Warnung: Wer als ausländische Bank oder Geschäftspartner weiterhin mit den Gelisteten zusammenarbeitet, kann selbst ins Visier von US-Sanktionen geraten.
In den USA gilt die Entscheidung als Beginn einer breiteren Strategie. Ziel ist es, nicht nur ausländische Strukturen zu treffen, sondern islamistische Netzwerke der Muslimbruderschaft insgesamt – auch mit Blick auf Aktivitäten in den USA – finanziell und rechtlich zu zerschlagen.
Auch Argentinien hat unter Präsident Javier Milei die Muslimbruderschaft-Ableger in Ägypten, Jordanien und im Libanon als terroristische Organisationen gelistet und den Schritt mit Berichten über illegale Aktivitäten begründet. (https://exxpress.at/politik/hammer-usa-erklaeren-muslimbruderschaft-zur-terrorgruppe-auftakt-zum-verbot/)
Bewertung
Dieser Erkenntnisse über die Muslimbruderschaftsind keineswegs neu. Auch diefreiheit.info hat mehrmals darüber berichtet, etwa hier https://diefreiheit.info/muslimbrueder-und-katar-die-maechte-hinter-der-hamas/ und https://diefreiheit.info/wie-london-zum-hauptquartier-der-muslimbrueder-wurde/.
Nicht logisch ist an der US-Ankündigung, dass nur einzelne Landesorganisationen ins Visier genommen werden und nicht das komplett Netzwerk. Unlogisch ist auch, dass die USA gleichzeitig immer enger mit der Türkei und Katar kollaborieren. Denn beide sind de facto Staaten der Muslimbruderschaft. Katar war und ist das Hauptquartier und der Hauptfinanzier der Hamas. Die Türkei ist eng mit Katar und der Muslimbruderschaft verbunden.
Trotzdem ist sind die US-Schritte gegen die Bruderschaft besser als nichts und jedenfalls ein Anfang. Und es sind Schritte, die auch in Großbritannien, Frankreich, Deutschland und anderen westeuropäischen Ländern überfällig sind.


