II. Die Strategie der Islamisierung in den europäischen Zuwanderungsländern
Richtet sich die Tätigkeit der MB und anderer radikalislamischer Organisationen in den islamischen Ländern gegen aus ihrer Sicht zu „laxe“ oder gar säkulare Regime zwecks Wiederherstellung einer schariakonformen Gesellschaftsordnung, so ist deren Bestreben in den westlichen Einwanderungsländern auf die sukzessive Durchsetzung und erweiterte Reproduktion islamisch regulierter und kontrollierter Sozialräume konzentriert. Dabei ist grundsätzlich von folgender strategischen Handlungskonstellation auszugehen:
Als kollektives Gesamtsubjekt des ganzheitlich-allumfassenden und letztlich auf Weltherrschaft ausgerichteten Islamisierungsprozesses tritt die arbeitsteilig bzw. funktional gegliederte „Gemeinschaft der Rechtgläubigen“ in Erscheinung, und zwar in ihrer jeweils raumzeitlich konkret organisierten Form: Zum Beispiel als bereits herrschende autoritär-hierarchische Umma in einem islamisch regulierten Land oder als muslimische Diaspora-Gemeinde auf dem Gebiet eines nichtislamischen (Einwanderungs-)Landes, im sogenannten „Haus des Krieges“ oder ggf. „Haus des Vertrages“.
Von zentraler Bedeutung für das konkrete handlungsstrategische Vorgehen der jeweiligen Abteilungen des Islamisierungssubjekts ist dann natürlich die Berücksichtigung der realen Kräfteverhältnisse: Solange Überlegenheit und/oder physische bzw. militärische Schlagkraft gewährleistet sind, dominiert das strategische Konzept des „militanten Dschihad“ (Dschihad des Schwertes) in Gestalt der unmittelbar-repressiven Durchsetzung der islamischen Gesetzesherrschaft. Erweist sich hingegen der Feind (die politisch-kulturelle Macht und Gesellschaftsorganisation der Ungläubigen) als kräftemäßig überlegen, wird auf das Mittel der „friedlichen“ Propaganda und ideologischen Kontrollarbeit nach innen und Missionierung nach außen gesetzt und eine Politik der „Islamisierung auf leisen Sohlen“ unter missbräuchlicher Ausnutzung der gewährten Handlungsmöglichkeiten („Religionsfreiheit“) betrieben (Dschihad des Wortes und der schmeichlerischen Täuschung[11]).
Angesichts der aktuellen Kräfteverhältnisse in Europa ist ein gewaltsamer Weg zur unmittelbaren Errichtung einer islamischen Herrschaftsordnung auf längere Sicht ausgeschlossen. Was bleibt ist die Option einer allmählichen Islamisierung Europas, was militante Einschubphasen (periodischen Einschüchterungsterror) nicht ausschließt[12]. Eine zentrale Voraussetzung hierfür ist zunächst die feste Etablierung und Ausdehnung orthodox-islamisch regulierter Sozialräume durch
- eine im Vergleich zur einheimischen Bevölkerung nachhaltig höhere Geburtenrate, was die Aufrechterhaltung islamisch-patriarchalischer Kontrollmacht über Geist, Körper und Heiratsverhalten der unterworfenen Frauen unabdingbar macht („die Wahrheit hinter dem Kopftuch“)[13].
- die Stabilisierung und erweiterte Reproduktion orthodox-islamischer Sozialisationsverhältnisse als Produktionsstätten „rechtgeleiteter“ traditionsfixierter Subjektivität[14] sowie
- die schrittweise Eroberung und Ausdehnung sozialer Handlungs- und Herrschaftsräume, in denen islamische Normen, Gesetze, Regeln, Vorschriften etc. eine unanfechtbare Geltung erlangen. (Nichtkriegerische Etablierung islamischer „Sittlichkeit“ auf dem Territorium der Ungläubigen als wesentliche Form der Islamisierung.)
Sobald sich aber dieses quantitative Kräfteverhältnis wandelt – insbesondere durch Demographie oder Zuwanderung –, ist nach dem islamischen Gesetz folgerichtig eine qualitative Verhaltensänderung der Muslime programmiert: Jetzt gilt es aus der Position des Schwächeren bzw. Desjenigen, der bislang an seiner göttlich legitimierten Herrschaftsausübung gehindert wurde und entsprechend taktieren musste, in die Position des Unterwerfers überzuwechseln. Das bedeutet a) den Regelkanon der „Dhimmisierung“ gegenüber den monotheistischen Konkurrenten (christliche und jüdische Schriftbesitzer) anzuwenden, b) die erzwungene Konversion zum Islam, Vertreibung oder Tötung der Polytheisten und Atheisten/Agnostiker (die wahren Ungläubigen) zu vollziehen und c) die strikte Geltung der Scharia, d. h. des gesamten islamischen Regelkatalogs, zu praktizieren. Bereits dort, wo Muslime noch unterhalb der Staatseroberung über Reviermacht verfügen, wie zum Beispiel in islamistisch kontrollierten Gebieten von Bürgerkriegsländern (Syrien, Irak, Jemen, Pakistan, Afghanistan, Mali, Nigeria etc.), aber auch in bestimmten Stadtteilen und Regionen in westlichen Zuwanderergesellschaften mit starker muslimischer Konzentration, kommt dieses Verhalten direkt zum Tragen. (Muslime in London auf Scharia-Patrouille; Forderung nach Alkohol-Verbot auch für Nichtmuslime in Belgien; Belästigung von „unislamisch“ gekleideten Frauen in europäischen Großstädten; Etablierung von islamisch geprägten No-go-areas; Aufbau einer islamischen Paralleljustiz etc.)
Als wesentliche Vorhutakteure der Islamisierungsstrategie in Europa fungieren die Islamverbände mit vornehmlich türkischem, arabischem, iranischem und südasiatischem Herkunftshintergrund. Von herausragender Bedeutung als von außen wirkende kapitalkräftige Sponsoren sowohl des militanten als auch des legalistischen „Islamismus“ sind hier die ultraorthodoxen Golfstaaten anzuführen. So hat zum Beispiel „Saudi-Arabien allein in nicht islamischen Staaten zwischen 1973 und 2002 weltweit rund 80 Milliarden Dollar in islamische Schulen, Moscheen und Zentren investiert“ (Adamek 2017, S. 130). Die 960 Moscheevereine der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) in Deutschland werden direkt von der türkischen Religionsbehörde Diyanet finanziert und wirken als verlängerter Arm des autokratischen Erdogan-Regimes. Hinzu kommen 323 Moscheen der radikalen „Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs“ sowie 300 Moscheevereine des Verbandes der Islamischen Kulturzentren e. V. (VIKZ). Katar wiederum betätigt sich als wesentlicher Finanzier der MB in Europa (Chesnot/Malbrunot 2020).
III. Das Konzept der Mitte als Handlungsgrundlage der MB in Europa
Die aktuell dominierende ideologische und strategische Ausrichtung der MB in Europa basiert auf dem sog. Konzept der Mitte (wasatiyya), das auf den Ägypter Yusuf al-Qaradawi (geb. 1926) zurückgeht, der als eine der einflussreichsten Personen nicht nur der MB, sondern generell des orthodox-sunnitischen Islam gilt[15]. Seine Bedeutung ergibt sich insbesondere daraus, dass er orthodox-dogmatische Antworten auf die Frage nach einem islamgerechten Leben unter den Bedingungen nichtmuslimischer (westlich-säkularer) Zuwanderungsgesellschaften erteilt und im Kontext des von ihm formulierten speziellen islamischen Rechts für die muslimischen Minderheiten in den westlichen Zuwanderungsländern entsprechende Richtlinien vorgibt[16]. Dabei verbleibt er im zuvor dargelegten Denkrahmen des universellen islamischen Herrschafts- und Überlegenheitsanspruch sowie der „islamistischen Erneuerung“ des orthodoxen Islam und befestigt den absoluten Geltungsanspruch der Scharia im Einklang mit Koransure 33, Vers 36: „Und weder ein gläubiger Mann noch eine gläubige Frau dürfen, wenn Gott und sein Gesandter eine Angelegenheit (die sie betrifft) entschieden haben, in (dieser) ihrer Angelegenheit frei wählen. Wer gegen Gott und seinen Gesandten widerspenstig ist, ist (damit vom rechten Weg) offensichtlich abgeirrt.“
Im Unterschied zu Qutb und den unmittelbar gewaltbereiten djihadistischen Gruppen der Umma plädiert al-Qaradawi aber für eine zunächst gewaltfreie Strategie der Eroberung, um den Einfluss der „Muslime im Westen“ von innen her Stück für Stück zu erweitern[17]. „Der Islam wird Europa erobern, ohne Schwert und ohne Kampf.“ Europa, so al Qaradawi in einer TV-Rede, befände sich in einem miserablen Zustand aus Unmoral, Materialismus und Promiskuität und müsse vom Islam aus diesem Elend befreit werden. Europa werde keinen Lebensretter, kein Rettungsboot außer dem Islam finden[18].
Das „Konzept der Mitte“ grenzt sich damit entschieden von zwei entgegengesetzten innerislamischen Entwicklungslinien ab: Zum einen vom unmittelbar gewaltbereiten dschihadistischen „Islamismus“ illegitimer bzw. unbefugter Protagonisten[19] sowie zum anderen von der als bedrohlich empfundenen Tendenz der allmählichen Erosion der orthodox-islamischen Rechtgläubigkeit durch Anpassungsprozesse an die westlich-säkulare Lebenskultur. Dabei wird zur Abwehr der letztgenannten Gefahr – ganz im Einklang mit al-Bannas ursprünglicher Intention – die Rückkehr zu einem gereinigten Scharia-Islam als Lösung und Heilmittel angestrebt, der in allen gesellschaftlichen Bereichen zur Anwendung gelangen müsse. (Folgerichtig und im Einklang mit der Konstitution des orthodoxen Islam verwirft Qaradawi explizit den Begriff „politischer Islam“, da es nur einen Islam gebe und dieser die unzertrennbare Einheit von Politik und Religion beinhalte[20].)
Um diesem Ziel näher zu kommen, richtet sich Qaradawi sowohl gegen passive Selbstabschottung der muslimischen Diaspora-Gemeinschaft als auch gegen Assimilation (Übernahme westlich-säkularer Werte und Normen) und plädiert stattdessen für ein aktives und forderndes Einbringen der erneuerten bzw. gereinigten islamischen Identität gegenüber der „ungläubigen“ Zuwanderungsgesellschaft im Sinne einer langfristig angelegten Islamisierungsstrategie. Dementsprechend wird auch eine aktive Beteiligung am politischen Prozess inklusive des Eintritts in Parteien empfohlen sowie die gezielte Ausnutzung der gewährten demokratischen Rechte nahegelegt, „die durchaus dazu eingesetzt werden können und sollen, sich mit anderen Muslimen zu politischen pressure groups zusammenzuschließen, um so Einfluss auf Parteien, deren Willensbildung und auf die politische Führung zu erlangen und dadurch die Interessen der muslimischen Gruppen durchzusetzen“ (Remien 2007, S. 56f.)[21].
Die Voraussetzungen für das offensive Einbringen der islamischen Identitätspolitik gegenüber der nichtmuslimischen Mehrheitsgesellschaft sind zum einen gewährleistende und unterstützende bzw. absichernde „Helfer“ auf Seiten des (politischen, ökonomischen, medialen, juristischen etc.) Herrschaftssystems des Aufnahmelandes[22] sowie zum anderen ein „islamisches Wiedererwachen“ seitens der muslimischen Zuwanderer. Nach einer anfänglichen Phase der Sorglosigkeit, so Qaradawi, hätten diese „Sehnsucht nach ihren Wurzeln und nach ihrer religiösen Identität“ gespürt und von ihren muslimischen Brüdern in der islamischen Welt Unterstützung zum Bau von Moscheen, die Sendung von Gelehrten (ulama) sowie Unterstützung für Mission (da’wa) gefordert. Zunächst vorhandene Passivität wurde so in Bewegung gesetzt. „Denn sie sind mit ihrer Religion in jene Länder ausgewandert, um dort eine neue Saat zu säen, wo Gott von ihnen Erträge in unterschiedlicher Art ausgehen lässt“. (Qaradawi zit. n. Schlabach 2009, S. 187f.) Diesen Übergangsprozess von der Passivität in die „Epoche der islamischen Erweckung“, den Qaradawi in Europa, Nord- und Südamerika, Australien sowie im fernen Osten und Afrika konstatiert, unterteilt er in sieben Phasen:
1) Phase des Bewusstseins von der Identität
2) Phase des Erwachens
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3) Phase der Bewegung
4) Phase der Sammlung
5) Phase des Baus
6) Phase des Sichniederlassens (al-tawtin)
7) Phase der Interaktion
„Wir sind gegenwärtig in der Phase der positiven Interaktion mit der Gesellschaft, denn es ist in dieser Phase kein Raum für Isolation, Rückzug gegen (ihr) Wesen und die Befürchtung vor der Konfrontation mit den Anderen. Denn die muslimischen Minderheiten werden auf harter Erde aufrecht stehen, da sie ihrer selbst gewiss sind und stolz auf ihr Wesen sind. Sie zeigen ihre Identität und wahren ihre Existenz. Des Weiteren heben sie ihre Besonderheiten hervor und zeigen, was sie von der zivilisatorischen Botschaft (des Islam) an die Menschheit haben“ (ebd., S. 188).
D. h.: Die islamischen Kräfte in den Zuwanderungsländern sehen sich gestärkt und durch Moscheebau, islamische Schulgründungen, Islamunterricht, Institute für islamische Theologie, Ausbildung von Imamen, etc. ermutigt für eine erfolgreiche Umsetzung ihrer Islamisierungstätigkeit.
Zusammengefasst verbindet dieses offensive Islam-Konzept für den Westen folgende Handlungsstränge:
1) Die Wahrung der orthodoxen (scharia-)islamischen „Rechtgläubigkeit“ und Identität unter den Bedingungen westlicher säkularer Gesellschaften. Dazu werden entsprechende Bildungs- und Erziehungsmaßnahmen ergriffen, sich erweitert reproduzierende muslimische Gegenmilieus gebildet und normativ überwacht, Moscheen errichtet u. v. m. Zentrales Ziel ist hier die möglichst weitgehende Minimierung nichtislamischer (kulturell-moderner) Fremdeinflüsse bei gleichzeitiger Maximierung islamischer Normierungsherrschaft. (Vgl. Krauss 2008, S. 305ff.)
2) Die aktive Einflussnahme auf die gesellschaftlichen und politischen Bedingungen im Zuwanderungsland im Interesse der Durchsetzung islamischer Sonderrechte (Schächten, Beschneiden, Ramadan, Islamunterricht, Institute für islamische Theologie, islamische Gräberfelder, Muezzinruf, islamische Bekleidung, spezielle „Deutsche Islamkonferenz“, Einfordern von Subventionen für muslimische Belange etc.). Dabei praktizieren die islamischen Vorhutkräfte eine offensive Legalitätstaktik ganz im Sinne der MB sowie des türkischen Staatislamismus: Ideologisch bekämpfen und diffamieren sie die menschenrechtliche Demokratie; gleichzeitig nutzen sie die demokratischen Rechte und Freiheiten der säkularen Gesellschaftsordnung aus und täuschen obendrein die Öffentlichkeit durch Lippenbekenntnisse und leere Behauptungen. Auf einen kurzen Nenner gebracht lautet ihre Forderung: Freiheit für die Feinde der Freiheit. Dabei begünstigen sowohl der Zustand der deutschen Gesetzeslage als auch die durch Ignoranz gekennzeichnete richterliche Gesinnungshoheit der Rechtsprechungsorgane die Islamisierungsstrategie.
3) Die Abwehr von Kritik durch eine systematische Diffamierungsstrategie. Die proislamische Umgestaltung der westlichen Öffentlichkeit erfordert zwangsläufig die systematische Zurückdrängung und Unterdrückung islamkritischer Einstellungen und Artikulationen. Im Zentrum steht hier der demagogische Vorwurf der „Islamophobie“. Zunehmend wird auch der „Rassismus“-Vorwurf für islamapologetische Zwecke instrumentalisiert. Dieses Vorgehen deckt sich ebenfalls mit dem Bestreben der OIC. So betonten die Oberhäupter der OIC-Staaten auf der dritten außerordentlichen Sitzung des Islamischen Gipfels in Mekka am 7./8. Dezember 2005 die Notwendigkeit, die Islamophobie „zu bekämpfen und auszurotten als ein Verfahren, das die Qualität des gegenseitigen Verstehens zwischen den verschiedenen Kulturen verbessert“. (Bat Ye’or 2013, S. 49). In diesem Sinne werden die westlichen Staaten angestachelt, „Gesetze gegen die Islamophobie zu erlassen sowie zu ihrer Bekämpfung bildungstechnische und mediale Kanäle nutzbar zu machen“ (ebd.). Mit vereinten islamischen Kräften zielt man darüber hinaus explizit ab auf die umfassende Gewinnung und Instrumentalisierung westlicher Regierungsinstitutionen, Medien, Parteien, Journalisten, „Islamwissenschaftler“ etc. als willfährige Bündnispartner im Kampf gegen „Islamophobie“[23] und setzt damit unverhohlen auf die ja durchaus sehr erfolgreiche Rekrutierung proislamischer Kräfte in Europa.
Zwecks Umsetzung der dargelegten Tätigkeitausrichtung hat insbesondere auch die MB in Europa ein verzweigtes Netzwerk von arbeitsteilig strukturierten Organisationen und Institutionen geschaffen. Als europäischer Dachverband fungiert die 1989 gegründete Federation of Islamic Organizations in Europe (FIOE) mit Sitz in Marksfield/GB, die sich 2020 in Rat der europäischen Muslime (CEM) umbenannte. Diesem gehören nach eigenen Angaben Organisationen aus 27 europäischen Ländern an. So z. B. die „Islamische Gemeinschaft in Deutschland e. V.“ (IGD), die im September 2018 in „Deutsche Muslimische Gemeinschaft e. V. “ (DMG) umbenannt wurde und laut Verfassungsschutzbericht 2019 „die wichtigste und zentrale Organisation von Anhängern der „Muslimbruderschaft (MB) in Deutschland“ ist[24]. Weitere nationale Organisationen der MB sind die Union des Organisations Islamiques de France (UOIF) in Frankreich, die Muslim Association of Britain (MAB) in Großbritannien, die Ligue des Musulmans de Suisse (LMS) in der Schweiz oder die Islamische Liga der Kultur in Österreich.
Auf Initiative der FIOE wurde 1997 in London der „Europäische Rat für Fatwa und Forschung“ (ECFR) unter Vorsitz von Yussuf al-Qradawi gegründet. Dem Rat gehören 38 islamische Gelehrte an. Vertreten ist dort auch die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş e. V.[25] Die Aufgabe des Rates besteht primär darin, anhand von Rechtsgutachten das Orientierungssystem sowie das Verhalten der Muslime in Europa schariakonform zu regulieren und in diesem Kontext neue Fragen, die sich durch die Konfrontation zwischen orthodox-islamischen Prinzipien und säkular-moderner Lebensumwelt ergeben, zu beantworten; d. h. ein spezifisches Haram- und Halalsystem für die in einer Minderheitenposition lebenden europäischen Muslime zu schaffen.
Bereits 1996 wurde die der FIOE entsprechende Jugendorganisation „Forum of European Muslim Youth and Student Organizations“ (FEMYSO) ins Leben gerufen und 2006 folgte dann die Gründung der Frauenorganisation European Forum of Muslim Women (EFOMW). Zwecks Verwaltung und Verteilung der Spendengelder, die zu zwei Dritteln aus den Golfstaaten stammen und sich auf ein jährliches Budget von 400.000 Euro belaufen sollen, wurde 1996 zudem eine Stiftung mit dem Namen „European Trust“[26] eingerichtet. Bereits 1990 war das Institut Européen des Sciences Humaines (IESH), das „Europäische Institut für Geisteswissenschaften“, von der FIOE zusammen mit der Union des Organisations Islamiques de France (UOIF) gegründet worden. Dort werden Imame und Lehrer gemäß der dargelegten MB-Ideologie ausgebildet. Zudem kann ein Abschluss in Scharia sowie in den „Grundlagen des islamischen Glaubens“ erlangt werden.
Teil 3 folgt.
Dieser Text erschien zuerst hier: https://hintergrund-verlag.de/analyse-der-islamischen-herrschaftskultur/hartmut-krauss-islamische-herrschaftsstrategie-unter-den-bedingungen-westlicher-vorherrschaft/
Anmerkungen:
[11] „Denn die Zuneigung der Menschen gewinnt man nur, indem man ihnen bei den Dingen hilft, die sie für richtig halten. In den Menschen sind nun einmal unterschiedliche Vorlieben und Charakterzüge angelegt, und es fällt den Seelen schwer, aufzugeben, worauf sie geprägt sind. Die lautere Zuneigung (der anderen) gewinnt man eben nur, indem man mit ihnen zusammen teilhat an ihren Sitten, auch wenn sie deiner Ansicht und deiner Neigung zuwiderlaufen. Der Unterschied zwischen der schmeichlerischen Täuschung und der taqija liegt darin, daß letztere vorzugsweise im Falle einer Notlage Schaden abwenden soll, wohingegen die schmeichlerische Täuschung sowohl dazu dient, Schaden abzuwenden, als auch Nutzen einzutragen.“ (Zitat zur schmeichlerischen Täuschung“ (arab.: al-mudarah) aus einer in Kuweit in 45 Bänden erschienenen Scharia-Enzyklopädie (1993-2007). Nagel 2014, S. 310.
[12] Innerhalb der Umma ist zu jeder Zeit ein militanter Flügel wesentlicher Bestandteil der funktional-arbeitsteiligen Gesamtgemeinschaft, um „Schrecken in den Herzen der Ungläubigen“ zu entfachen. In der Gegenwart gilt das z. B. für zahlreiche djihadistische Milizen und Terrororganisationen wie den IS, al-Qaida, die Taliban, Boko Haram, al- Shabaab, Abu Sayyaf oder für Organisationen, die zugleich als Partei und Miliz auftreten wie die Hamas (als palästinensischer Zweig der MB) oder die schiitische Hisbollah. Hinzu kommen terroristisch radikalisierte Muslime in den westlichen Zuwanderungsländern, die sich entweder den ausländischen Terrororganisationen wie dem IS anschließen oder als Einzelkämpfer bzw. in kleinen Gruppen „auf eigene Faust“ Anschläge verüben. In Deutschland galt das zum Beispiel für den Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt mit 12 Todesopfern und 67 Verletzten, für Terrorattacken von muslimischen Geflüchteten in Würzburg, Ansbach, Hamburg und Dresden sowie für zahlreiche durch Glück, Zufall und Behördenaufmerksamkeit vereitelte Terroranschläge (Sauerlandgruppe, „Kofferbomber von Köln“, geplante Anschläge von Flüchtlingen in Berlin-Schöneberg, Chemnitz, Düsseldorf und Schwerin.). „Mit Ablauf des Jahres 2019 lagen den deutschen Sicherheitsbehörden Erkenntnisse zu mehr als 1.050 Personen vor, die seit 2012 in Richtung Syrien und Irak gereist sind.“ (Verfassungsschutzbericht 2019, S. 189) Etwa ein Drittel kehrte inzwischen wieder zurück – davon über 110 Personen, die sich an Kämpfen aktiv beteiligt oder eine entsprechende Ausbildung absolviert haben. Zu mehr als 230 Personen liegen Hinweise vor, dass diese in Syrien oder im Irak starben. Zur aktuellen Vernetzung gewaltbereiter Islamisten in Europa siehe z. B. https://www.focus.de/politik/deutschland/islamischer-staat-terror-netz-zieht-sich-ueber-ganz-europa-und-plant-anschlaege-sogar-aus-knast-heraus_id_13088959.html
[13] So heißt es auch zum Beispiel in einer einschlägigen Fatwa zur islamisch legitimierten Polygamie: „Die Polygamie führt zu reicher Nachkommenschaft, d. h. zur Vermehrung der [muslimischen] Nation und dadurch zur Vermehrung derjenigen, die Allah anbeten. Dazu kommt noch, dass der Prophet, Allahs Segen und Heil seien auf ihm, dadurch [am jüngsten Tag] auf die Überzahl seiner Nation gegenüber anderen Nationen [Nicht-Muslimen] stolz sein wird.“ http://www.islaminstitut.de/Nachrichtenanzeige.55+M5507589532a.0.html Eine Muslimin darf lauf Koran (2, 221) keinen Nichtmuslim heiraten. Ein Muslim hingegen darf, wie auch Qaradawi in einem Rechtsgutachten bestätigt, eine gläubige Angehörige einer anderen Buchreligion (Christin oder Jüdin) heiraten. „Dagegen ist es verboten, eine Polytheistin, eine Atheistin, eine Angehörige der Bah’i oder eine vom Islam abgefallene Muslimin zu heiraten“ (Remien 2007, S. 55).
[14] Zur islamischen Sozialisation siehe Krauss 2008, S. 389ff und http://www.gam-online.de/text-Sekul-rel.html
[15] In Europa betätigt sich al-Qaradawi maßgeblich an der Tätigkeit der „Federation of Islamic Organisations in Europe“ (FIOE), die als Dachverband der europäischen MB-Organisationen wirkt sowie in dem von ihm gegründeten europäischen Fatwa-Rat „European Council for Fatwa and Research“ (ECFR).
[16] „Im Rahmen dieses Minderheitenrechts soll die grundsätzliche Überordnung der Scharia und ihrer wesentlichen Prinzipien gewahrt bleiben, während gleichzeitig mit Blick auf die besonderen Lebensumstände und Bedürfnisse der Minderheiten flexible Zwischen- und Übergangslösungen gerechtfertigt werden“ (Polanz 2012, S. 5).
[17] Qaradawis Option für eine zunächst friedliche Islamisierungsstrategie in den westlichen Zuwanderungsländern bedeutet allerdings nicht, dass er prinzipiell Gewalt als Mittel islamischer Praxis ablehnt. Ganz im Gegenteil: So rechtfertigte er palästinensische Selbstmordattentate als „heroische Märtyreroperationen“ ebenso wie die massive Sanktionierung von Apostaten und bejahte die Fatwa Khomeinis gegen Salman Rushdie (vgl. Wöhler-Khalfallah 2009, S. 206). Zudem lobte er Adolf Hitler: „‚Im Laufe der Geschichte hat Allah den Juden Personen aufgezwungen, die sie für ihre Korruption bestrafen. Die letzte Bestrafung wurde von Hitler durchgeführt‘, erklärte er im TV-Sender Al-Jazeera. ‚Er hat es geschafft, ihnen ihren Platz zuzuweisen. Dies war eine göttliche Bestrafung. So Allah will, wird die nächste Bestrafung seitens der Gläubigen erfolgen.‘ Al-Qaradawi äußert hier die Hoffnung, dass es das nächste Mal die Muslime sein werden, die den Juden eine dem Holocaust vergleichbare ‚göttliche Strafe‘ zufügen.“ https://www.bpb.de/politik/extremismus/antisemitismus/307771/islamischer-antisemitismus
[18] https://www.youtube.com/watch?v=eDtSqqciar0
[19] Aus der Perspektive des traditionellen islamischen Gelehrten spricht al-Qaradawi den Anführern der dschihadistischen gewaltbereiten Gruppen die erforderliche theologische Ausbildung und Autorität ab, um eigenmächtig den Djihad auszurufen. Damit wird – trotz großer prinzipieller Übereinstimmung in wesentlichen inhaltlichen Fragen (Scharia, Verhältnis zu Ungläubigen, Frauenrechte, Apostasie etc.) – ein intraislamischer Kampf um „Deutungshoheit“ und Führungsanspruch ersichtlich.
[20] Vgl. Wöhler Khafallah 2009, S. 207.
[21] Diese strategische Ausrichtung ist im Wesentlichen deckungsgleich mit den Vorgaben der „Organisation für Islamische Zusammenarbeit“ (OIC), der 56 Staaten mit islamischer Staatsreligion bzw. muslimischer Mehrheitsbevölkerung angehören. In ihrem Text „Strategie islamischer Kulturaktion im Westen“, verabschiedet im November 2000 in Doha, stellte die OIC explizit fest, „dass die islamischen Diaspora-Gemeinden einen Teil der islamischen Nation bilden“ (zit. n. Bat Ye’or 2013, S. 67). Um diese herrschaftsstrategische Abteilung der westlichen Gemeinden zu stärken, werden unermüdliche Islamaktivitäten in den Bereichen Erziehung und Kultur gefordert, denn „die Bewahrung der Identität erfordert eine rechtsgültige islamische Erziehung. Ebenso verlangt sie nach sorgfältig ausgearbeiteten Programmen hinsichtlich Bildung, Führung und Sozialfürsorge. … Daher sollten die Muslime in Europa einen einheitlichen Plan für die Zukunft der dortigen islamischen Präsenz entwerfen. Diese Strategie sollte sich darauf ausrichten, den Muslimen der Diaspora die erforderlichen Bedingungen zu schaffen, um die Schlüsselpositionen in den Gastgebergesellschaften zu besetzten – ökonomisch, kulturell, politisch, informationell. Dies sind die Hauptgründe gewesen, die eine Strategie der islamischen Kulturaktion erfordern, speziell zugeschnitten auf die Muslimgemeinden im Westen.“ (ebd. S. 70; Hervorhebung von mir, H. K.)
[22] Dieser Teil der Voraussetzungen findet sich institutionell im Netzwerkgeflecht der Islamkollaboration seitens der westlich-kapitalistischen Herrschaftsträger bis hin zur offenen Korruption der EU-Instanzen („Katargate“). Siehe Krauss 2023 und https://www.arte.tv/de/videos/114599-000-A/gekaufte-politik-europa-in-der-korruptionskrise/
[23] Zur Kritik des Islamophobiebegriffs siehe „‚Islamophobie‘ oder pathologische Angst des orthodoxen Islam vor der kulturellen Moderne“ http://www.gam-online.de/text-begriffserklarung.html
[24] „Die ‚Deutsche Muslimische Gemeinschaft e. V.‘ (DMG), bis zu ihrer Umbenennung im September 2018 ‚Islamische Gemeinschaft in Deutschland e. V.‘ (IGD), ist die wichtigste und zentrale Organisation von Anhängern der ‚Muslimbruderschaft‘ (MB) in Deutschland. Ziel der DMG ist es unter anderem, gegenüber Politik, Behörden und zivilgesellschaftlichen Partnern als Ansprechpartner eines gemäßigten, weltoffenen Islam in Erscheinung zu treten. Sie verfolgt eine an der MB-Ideologie ausgerichtete Strategie der Einflussnahme im politischen und gesellschaftlichen Bereich. Bei öffentlichen Auftritten werden Bekenntnisse zur MB und verfassungsfeindliche Äußerungen vermieden. Zahlreiche Verbindungen zwischen hochrangigen DMG-Funktionären und namhaften ausländischen Muslimbrüdern verdeutlichen jedoch die Zugehörigkeit der Organisation zum weltweiten MB-Netzwerk. Die DMG unterhält eigene Moscheen und Gemeindezentren und koordiniert darüber hinaus nach eigenen Angaben ihre Aktivitäten mit über 100 weiteren islamischen Gemeinden in ganz Deutschland“ (Verfassungsschutzbericht 2019, S. 223).
[25] https://www.verfassungsschutz-bw.de/,Lde/Startseite/Arbeitsfelder/Milli-Goerues-Bewegung
[26] Die Times of London berichtete über eine Reihe von Verbindungen des Europe Trust und/oder seiner Treuhänder zu verschiedenen Formen des Terrorismus. Siehe: https://en.wikipedia.org/wiki/The_Europe_Trust
[27] Auf die Herausbildung und Konsolidierung türkisch-islamischer Vorhutakteure mit prinzipiell MB-affiner Ideologie wie insbesondere die Milli-Görüş-Bewegung oder aber die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V. (DITIB) wird in dieser Abhandlung nicht eingegangen. Siehe dazu z. B. ausführlich Heinisch u. a. 2023.
[28] Die kollaborative Islampolitik der Nazis konnte relativ nahtlos an die proislamische „Freundschaftspolitik“ des deutschen Kaiserreichs anknüpfen. In den ersten Jahren des 1. Weltkriegs „wurde das gesamte Kaiserreich von einer regelrechten Islam-Manie erfasst. Die deutsche Presse brachte zahlreiche Artikel zum Thema Heiliger Krieg; Islamexperten hielten öffentliche Vorträge über Deutschlands Allianz mit der muslimischen Welt; es erschien eine regelrechte Flut von Broschüren und Büchern über den Dschihad (Motadel 2017, S. 31). Die Islamexperten des NS-Regimes schätzten die vehemente islamische Ablehnung der westlich-europäischen Kultur der Engländer und Franzosen (Demokratie, Aufklärung, Fortschrittsglauben, Individualismus etc.) und labten sich am muslimischen Antibolschewismus als Verbrüderungsgrundlage. „Deutschland habe ebenso wie alle anderen ‚autoritären und totalen Staaten … vom Aufstieg des Islam nichts zu fürchten‘“ (ebenda, S. 42).
[29] Damit wurde das Prinzip der ‚Rassenreinheit‘ der SS aufgegeben. „Aus den Muselmanen wurden ‚Muselgermanen‘. Die ‚weltanschaulich geistige Erziehung‘ der muselmanischen SS-Division wurde mit dem Mufti besprochen, und es wurde mit ihm vereinbart, daß der Nationalsozialismus als völkisch bedingte deutsche Weltanschauung und der Islam als völkisch bedingte arabische Weltanschauung unter Herausstellung der gemeinsamen Feinde (Judentum, Anglo-Amerikanismus, Kommunismus, Freimaurerei, Katholizismus) gelehrt werden sollten“ (Gensicke 2007, S. 115.). Zur Aufstellung von Bataillonen der kaukasischen Völker erklärte Hitler: „Die einzigen, die ich für zuverlässig halte, sind die reinen Mohammedaner“ (zit. n. Motadel 2017, S. 264).
[30] „Unter Dwight D. Eisenhower, der Anfang 1953 Präsident der Vereinigten Statten wurde, entwickelte sich die Unterstützung eines islamischen Blocks gegen die Sowjetunion (und später auch gegen den immer gefährlicher erscheinenden arabischen Nationalismus) zur offiziellen US-Politik. Eisenhower selbst war ein Verfechter einer aggressiven Instrumentalisierung des Islam.“ Bei einem Treffen mit Vertretern der CIA und des Generalstabs soll er laut einer Protokollnotiz dafür plädiert haben, die Idee des „Heiligen Kriegs“ gegen die Sowjetunion zu nutzen. (Motadel 2017, S. 382f.)
[31] Ferner wurden in dem Memorandum zahlreiche praktische Vorschläge zur Kooperation mit islamischen Bewegungen und Staaten gemacht, die allerdings nicht an die Öffentlichkeit dringen sollten. „Die offene Ausnutzung islamischer Organisationen zur Verbreitung harter Propaganda ist zu vermeiden.“
[32] Siehe: https://hintergrund-verlag.de/spaetkapitalistische-systementwicklung/50-jahre-anwerbeabkommen-mit-der-tuerke/
[33] Siehe Meining 2011, S. 62.
[34] Ebenda, S. 94.
[35] Vgl. hierzu Meining 2011, S. 96ff.
[36] „Zwei Gruppen höchst unterschiedlicher Muslime schickten sich an, in München eine zentrale Moschee zu bauen und den Islam auf eine feste Grundlage zu stellen. Dies war in Deutschland wie in Europa ein beispielloser Vorgang“(Meining 2011, S. 111).
[37] Nachdem Ramadan 1953 an einem „Islamischen Kolloquium“ an der Princeton University teilgenommen hatte, notierte ein CIA-Berichterstatter über ihn: „Nach meinem Gefühl war Ramadan ein politischer Reaktionär, vom Typ eines Falangisten oder Faschisten, nicht reaktionär im religiösen Sinne, wie die drei Scheichs, die auch an der Tagung teilnahmen. (…) Ramadan scheint ein Faschist zu sein, der Leute um der Macht willen um sich schart. Er legte nicht viele Ideen dar, nur die der Bruderschaft“ (zit. n. Johnson 2011, S. 149).
[38] „Durch die Umbenennung der IGD in DMG versuchte sich die Organisation offenbar als unbelastete Ansprechpartnerin für einen offenen, gemäßigten Islam zu präsentieren und die mittlerweile auch öffentlich bekannt gewordene Verbindung der IGD zur MB zu verschleiern“ (Verfassungsschutz in Hessen 2018, S. 181).
[39] Wegen der Einschätzung des Verfassungsschutzes, die DMG sei eine der MB nahe stehende Organisation, vollzog die DMG Ende 2019 aus taktischen Gründen den „schmerzlichen, aber notwendigen Schritt“ und ließ ihre Mitgliedschaft im ZMD vorerst ruhen.
[40] https://www.zentralrat.de/33706.php Ob es sich hierbei um einen echten Ausschluss oder Augenwischerei gehandelt hat, thematisiert ein Artikel des Humanistischen Pressedienstes https://hpd.de/artikel/zentralrat-muslime-schliesst-deutsche-muslimische-gemeinschaft-20116
[41] Zur überbetont gemäßigten Selbstdarstellung orthodoxer und radikaler Muslime siehe das Konzept der „schmeichlerischen Täuschung“ in Fußnote 11.
[42] Verfassungsschutzbericht in Hessen 2018, S. 181.
[43] Mit 32 Millionen Euro wurde 2015 und 2016 die Hälfte der eingenommenen Gelder an die Dachorganisation Islamic Relief Worldwide weitergeleitet, ohne dass deren Verwendung offengelegt wird. Vom israelischen Verteidigungsministerium wurde IRD „als Teil des Finanzsystems der Hamas“ angesehen (Adamek 2017, S. 210.) Zudem sponserte die IRD ideologische, d. h. eindeutig nicht humanitären Zwecken dienende Veranstaltungen wie die Jahrestreffen der IGD 2015 und 2016 sowie Veranstaltungen der „Muslimischen Jugend in Deutschland. (ebd., S. 214ff.) Laut Satzung dürfen nur Muslime Mitglieder dieses Vereins werden. Dennoch erhielt IRD von staatlicher Seite 6 Millionen Euro an Steuermitteln.
[44] https://www.bpb.de/politik/extremismus/islamismus/290422/die-muslimbruderschaft-in-deutschland
[45] Vgl. hierzu den Artikel „Islamisierung als reales Phänomen“ https://hintergrund-verlag.de/analyse-der-islamischen-herrschaftskultur/islamisierung-als-reales-phaenomen/
[46] http://www.gam-online.de/text-esreicht.html
[47] https://hintergrund-verlag.de/analyse-der-islamischen-herrschaftskultur/gam-ev-saekulare-lebensordnung-vs-islamisches-gottesrecht/
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