Genialer Tipp für Collien F.: Mit Islam wäre das nicht passiert

Collien F. gegen Christian Ulmen. Medien, die sonst gerne schweigen, auf Hochtouren. Seit Tagen legt sich weiblicher Furor über das Land, es hat etwas von einer Ersatzhandlung:
Mirjam Lübke / FB

Wer nicht komplett im multikulturellen Wolkenkuckucksheim lebt, dürfte durchaus mitbekommen haben, wer in Deutschland überproportional häufig Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung begeht, doch diesbezüglich herrscht eine Art »Omertà«, eine Mauer des Schweigens. Man redet nicht über die Täter, weil es ein Tabu ist.

Fälle wie die regelmäßigen sexuellen Übergriffe auf ein junges Mädchen in einem Berliner Jugendclub zeigen, dass es sich um ein bekanntes Problem handelt, das jedoch unter der Decke gehalten wird, um »keine Vorurteile zu schüren«. Es brodelt unter der Oberfläche, auch wenn niemand es wahrhaben will.

Jetzt hat sich mit der »Causa Collien F.« eine sozial akzeptierte Gelegenheit ergeben, allgemeinen Männerhass zu praktizieren, denn dieser ist schon seit Jahren die Lieblingsausrede linker Damen, wenn sie sich der Realität der Kriminalstatistik nicht stellen wollen: Der Mann an sich ist schuld.

Dabei sind Unstimmigkeiten in der Schilderung des in breiter Öffentlichkeit ausgetragenen Trennungsdramas den beteiligten Damen vollkommen gleichgültig: Zwei in Deutschland und Spanien abgewiesene Klagen von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann etwa, weil sie letztlich keine Beweise vorlegte. Oder ihre guten Beziehungen zur Zensur-NGO »Hate Aid«, welche die sozialen Medien schon lange als Feindbild Nummer eins ausgemacht hat.

Der Zeitpunkt für die Enthüllung des »virtuellen Missbrauchs« hätte zudem nicht günstiger mit dem von Ministerin Stefanie Hubig geplanten Gesetz zur Klarnamenpflicht zusammenfallen können. Nachdem sich das Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige wegen des Ausweiszwangs als wenig populär erwiesen hatte, musste etwas Neues her.

Und wie schon bei der Vermarktung der deutschen Klimapolitik sprang die »Zivilgesellschaft« brav auf den Zug auf. Männliche C-Promis, die bislang keinerlei Hemmungen hatten, im Privat-TV diverse Schmuddelformate zu präsentieren, bezichtigen sich freiwillig und ausführlich des Sexismus, als befänden wir uns inmitten der maoistischen Kulturrevolution.

Es erinnert ein wenig an diese Szene aus Atwoods Roman »Geschichte der Dienerin«, der sich als Serie »Der Report der Magd« vor allem unter amerikanischen Feministinnen großer Popularität erfreut: Die »Mägde« in roter Kleidung, die als gezwungene Leihmütter in den Haushalten der Kommandanten der dystopischen Theokratie Gilead leben müssen, werden regelmäßig zu Hinrichtungen versammelt, bei denen unbotmäßige Männer erhängt werden, die es etwa gewagt haben, sich einer der Mägde zu nähern.

Doch die Frauen schauen nicht nur zu, sie ziehen selbst an den Seilen, welche den Galgenstrick dieser Männer hochziehen. Als Höhepunkt der Veranstaltung wird ihnen ein besonders »skrupelloser« Schurke präsentiert, der sich etwa an einer schwangeren Frau vergriffen hat. Die aufgepeitschte Menge der Frauen darf diesen dann bei lebendigem Leib zerreißen, was sie auch mit viel religiösem Eifer tut – da gibt es kein Halten mehr. Anschließend kehren sie erleichtert in ihr trostloses Leben zurück – daran hat sich nichts geändert, nur das Ventil wurde einmal kurzfristig geöffnet.

Hört man sich die Tiraden der Netzaktivistin Leonie Löwenherz an, hätte sie sich wohl in die vorderste Reihe gedrängt. Ist es nicht ungemein erleichternd, echte Probleme auf einen Nebenschauplatz verlegen zu können und dabei alle negativen Triebe auszuleben, die man bislang mit politischer Korrektheit zukleistern musste?

Einen anderen, auch nicht besonders überraschenden Weg geht Islam-Influencerin Hanna Hansen. Die deutsche Konvertitin möchte besonders fromm sein und äußert sich zu allerlei gesellschaftlichen Themen, meist unterstellt sie dabei der deutschen Mehrheitsgesellschaft, sich »zu sehr anzustellen«, wenn sie sich gegen die allgemeine Einführung von Halal-Regeln in Kantinen und Schulen zur Wehr setzt oder findet es toll, wenn eine Lehrerin – wie in Kleve geschehen – ihre Schüler auffordert, ihre Pausenbrote im Ramadan heimlich zu essen.

Natürlich hat Frau Hansen auch etwas zur Causa Fernandes zu sagen und wie derlei Unsittlichkeiten zukünftig vermieden werden könnten. Denn, so beklagt sie, die westliche Gesellschaft schütze Frauen erst, wenn es längst zu spät sei, weswegen diese sich zu sexuellen Ausschweifungen hinreißen ließen.

Das klingt verdächtig nach »wer einen Minirock trägt, ist selbst schuld bei einer Vergewaltigung« und läuft letztlich auch genau darauf hinaus. Allah, so weiß Frau Hansen, hat der Frau deshalb mit der Scharia einen perfekten Leitfaden an die Hand gegeben: Lebe sittsam, verhülle dich und du bist in Sicherheit.

Angesichts eines solchen Unsinns wünscht man sich fast, es gäbe auch einen Koranvers, der Islam-Influencerinnen das Abgeben öffentlicher Ratschläge verbietet. Manchmal kann der Gedanke an Zensur arg verlockend sein und man muss sich arg am Riemen reißen, bei derlei Negativbeispielen nicht danach zu rufen. Negativbeispiele sind der Honigtopf, der bei jeglichen Freiheitseinschränkungen gern aufgestellt wird.

Vielleicht ist es also besser, wenn wir an der Gedankenwelt von Frau Hansen teilnehmen können, spiegelt sie doch wieder, wie es nicht nur in Muslimen, sondern auch in Radikalfeministinnen denkt. Deshalb nutzt es auch nichts, sich nun zu denken »Wer zur Hölle ist diese Hansen?«, denn sie ist nur ein Symptom eines ziemlich gedankenverworrenen Denksystems.


An dessen einen Ende stehen Frauen, die es als Ausdruck von Stärke betrachten, sich nackt vor der Kamera zu räkeln, obwohl dies beileibe kein dauerhaftes Modell zum Bestreiten des eigenen Lebensunterhalts ist. Zugegebenermaßen hat daran wenigstens noch der Zuschauer sein Vergnügen.

Radikalfeministinnen und nicht weniger radikale Musliminnen gehen den anderen Weg und glauben, in Unattraktivität läge die Lösung. Man kann hier nur immer wieder an Judith Bulter erinnern, die den Unisex-Look und die Burka als Befreiung von männlichen Schönheitsidealen pries. Als sei der Sinn für Schönes etwas Verdammenswertes und feminine Kleidung die Pforte zur Hölle.

Im Falle der Scharia verschweigt Frau Hansen zudem noch etwas Entscheidendes: Kopftuch und Hijab mögen zwar nach außen hin eine Art Tarnkappe sein, aber sie schützen weder vor Missbrauch noch gewährleisten sie Freiheit. Nirgendwo steht eine Frau stärker unter sozialer Kontrolle als in der muslimischen »Community« – und die Strafen für Regelverstöße sind hart. Von Ächtung durch die Familie oder im Extremfall einem Ehrenmord ist alles drin.

Die Causa »Collien F.« hat uns einiges eingebrockt. Inwieweit ihr Ex-Mann sich schuldig gemacht hat, vermag ich nicht zu beurteilen, aber wie während der »MeToo«-Bewegung wird er nun kaum noch eine Chance haben, das Gegenteil zu beweisen. Auch damals lagen die an die Öffentlichkeit gebrachten Fälle teils Jahre zurück und waren längst verjährt.

Sinnvolle Lösungen, wie etwa eine Verschärfung des Strafrechts für jene, die tatsächlich Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung begangen haben, werden nicht angeboten. Stattdessen präventive Zensur für alle und pauschale Beschuldigungen. Das ist, als würde man der gesamten Bevölkerung vorsorglich die Hände auf den Rücken binden, um sie am Diebstahl zu hindern – ziemlich sinnlos und darüber hinaus alles andere als gerecht.

Und wie immer, wenn die Öffentlichkeit mit Pauschalisierungen beschäftigt gehalten wird, verschwinden die echten Probleme unter dem Teppich. Im Gegenteil: Wenn das neue Zensurgesetz durchkommt, darf man nur noch weniger darüber sprechen. 

Dieser Beitrag erschien zuerst hier: https://www.facebook.com/mirjam.luebke/photos/seit-tagen-legt-sich-weiblicher-furor-%C3%BCber-das-land-es-hat-etwas-von-einer-ersat/10243809664523522/

Übernahme mit freundlicher Genehmigung der Autorin.

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