„Gaza-Einigung“: Von Donald Trump groß verkündet und gleichzeitig ziemlich unrealistisch

Die Hamas-Terroristen haben einer Entwaffnung zugestimmt. Allerdings nur unter frechen Bedingungen. Und der „Islamische Jihad“ spielt nicht mit. Unwahrscheinlich, dass sich Israel mit diesen Spielchen betrügen lässt. Die Umsetzung dieser „Einigung“ ist unrealistisch.
Symbolbild R24 / KI

Ihrer Entwaffnung hatte die Hamas ja bereits im Gaza-Abkommen von Oktober 2025 zugestimmt. Passiert ist das seitdem nicht. Kein Wunder, war die Zustimmung ja nur erfolgt, weil die Terroristen damals kurz vor der Vernichtung durch die israelische Armee (IDF) standen – und mit dem Abkommen erneut ihren Kopf aus der Schlinge ziehen konnten. Israel zog sich etwas zurück und kontrollierte damit 53 Prozent des Gazastreifens.

Motive der Hamas

Da die Hamas ihren Verpflichtungen zur Entwaffnung nicht nachgekommen ist und stattdessen ihre Terrorherrschaft erneut festigte, hat die IDF ihren Vormarsch erneut aufgenommen. Sie kontrolliert nun wieder etwa 70 Prozent des Gebietes. Deshalb und insbesondere da nun ein neuerlicher Einmarsch der IDF in Gaza-Stadt bevorstand, gibt sich die Hamas nun wieder entgegenkommend.

Die pro-islamischen Mainstreammedien in Westeuropa unterstellen der Hamas allen Ernstes humanitäre Motive. BBC und ORF zitieren unkritisch „palästinensische Beamte“. Ihnen zufolge sei „die Hamas-Führung vor allem durch die verheerende humanitäre Krise, der mehr als zwei Millionen Palästinenser und Palästinenserinnen im Gazastreifen ausgesetzt sind, dazu veranlasst worden, der Entwaffnung zuzustimmen.“

Als hätten die Hamas-Terroristen nicht jahrelang die Zivilbevölkerung systematisch als menschliche Schutzschilde benutzt. Als hätten sie nicht wiederholt die Lebensmittelverteilung angegriffen, wenn sie selbst nicht kontrollieren konnten. Als hätten sie den Tunnelbau nicht stets der Versorgung der Bevölkerung vorgezogen.

Werbung

 


lettero.de



Diesen religiösen Fanatikern sind menschliche Opfer egal. Ihnen gilt der „Märtyrertod“, sogar von Kindern, im Kampf gegen die Juden vielmehr als höchstes Ziel, das jahrzehntelang in Schulen des Gazastreifens propagiert wurde. Dass woke westliche Medien die Agenda der Dschihadisten betreiben oder ihre nützlichen Idioten sind, ist freilich auch nichts Neues.

Die „Einigung“

Laut US-Präsident Donald Trump sieht die „historische“ Vereinbarung die Entwaffnung von Hamas und aller anderen bewaffneten Gruppen sowie den Abzug israelischer Truppen aus dem Gazastreifen vor. Er sprach von einem „monumentalen Schritt“ für Gaza. Was aber ist konkret vorgesehen?

Nach Angaben amerikanischer Vertreter und des „Board of Peace“ hat die Hamas den endgültigen Text der Vereinbarung über Vermittler angenommen. Der genaue Zeitplan für die Umsetzung soll nun in den kommenden zwei Wochen ausgearbeitet werden. Für die vollständige Entwaffnung werden nach Angaben der Verantwortlichen derzeit Zeiträume zwischen rund 200 und 350 Tagen diskutiert.

Im Zentrum des Plans steht eine schrittweise Abrüstung der Hamas. Zunächst sollen die Waffen der bisherigen Hamas-Polizei an eine neu geschaffene palästinensische Sicherheitsbehörde übergeben werden. Anschließend sollen schwere Waffen, Waffenlager und das weit verzweigte Tunnelsystem außer Betrieb genommen werden.

Parallel dazu soll sich die israelische Armee schrittweise aus Teilen des Gazastreifens zurückziehen. Jeder einzelne Schritt soll jedoch erst erfolgen, nachdem eine internationale Kontrollkommission bestätigt hat, dass beide Seiten ihre Verpflichtungen eingehalten haben. Für die Sicherheit wären künftig eine internationale Stabilisierungsmission sowie eine neu aufgebaute palästinensische Polizeitruppe verantwortlich.

Die zivile Verwaltung des Gazastreifens soll auf das neu geschaffene „National Committee for the Administration of Gaza“ (NCAG) übergehen. Dieses Gremium aus palästinensischen Fachleuten soll künftig als einzige Institution Waffen kontrollieren und die Verwaltung des Küstengebiets übernehmen. Die Hamas müsste sich vollständig aus Regierungs- und Sicherheitsaufgaben zurückziehen.

Offene Fragen

Die Polizeitruppe der Hamas ist nur ein kleiner Teil ihrer Verbände – und weder die kampfstärkste noch die am besten ausgerüstete. Ihre Entwaffnung und Ersetzung durch irgendwelche internationalen Polizisten (die Rede war immer wieder von Indonesiern) würde nichts daran ändern, dass die reale Macht weiter in den Händen der Hamas-Terroristen liegen würde.

Eine „neu aufgebaute palästinensische Polizeitruppe“ wäre so eine dubiose Sache. Höchstwahrscheinlich könnte die Hamas dafür sorgen, dass sie von ihren Parteigängern durchsetzt wird (wie sie es ja auch bei der UN‑Struktur UNRWA erfolgreich geschafft hat). Und in Gaza stationierte Indonesier oder andere wären wohl auch kaum zu einem robusten Vorgehen zur Entwaffnung von todessehnsüchtigen Dschihadisten bereit und in der Lage.

Offen ist auch, wer wie einen Überblick über die (leichten und schweren) Waffen der Hamas erlangen und die Abgabe durchsetzen soll. Nur zu leicht können die Terroristen einen Teil ihrer Waffen einer bedeutungslosen und von Hamas-Leuten durchsetzten Polizeitruppe abgeben und einen anderen Teil für spätere Angriffe auf Israel zurückbehalten. Auch die gigantischen Tunnelsysteme wird eine solche Polizeitruppe kaum zerstören können.

Reaktionen

Und schließlich hat die Hamas seit Jahren – und auch beim Massaker an Juden am 7. Oktober 2023 – mit dem „Palästinensischen Islamischen Jihad“ (PIJ) arbeitsteilig kooperiert. Wenn dann doch mal versteckte Waffen gefunden werden, kann leicht gesagt werden, dass sie dem PIJ gehören. Und die PIJ hat auf Trumps „Einigung“ gleich mal geantwortet, dass er nicht Teil der Vereinbarung sei und seine Waffen nicht abgeben werde.

Und schließlich teilte die Hamas mit, dass der israelische Rückzug aus ganz Gaza die Voraussetzung für ihre Entwaffnung sei. Das macht deutlich, dass hier getrickst und auf Zeit gespielt wird. Dafür spricht auch der in der „Einigung“ angegebene Zeitrahmen von 200 bis 350 Tagen, die für die Entwaffnung vorgesehen sind. Allerdings sind dann auch die Midterm-Wahlen in den USA vorbei und die USA könnten wieder mutiger agieren.

Israel wäre jedenfalls ziemlich dumm, wenn es für eine unsichere Pseudo-Entwaffnung der Hamas seine mit dem Blut zahlreicher Soldaten erzielten Erfolge aufgeben würde. Dementsprechend waren die israelischen Reaktionen. Bis zu einer „echten Entwaffnung“ der Hamas werde es „keinerlei Rückzug des israelischen Militärs von der aktuellen gelben Linie geben“ (womit die derzeitige Demarkationslinie gemeint ist). Zu einer echten Entwaffnung der Hamas und des PIJ ist aber wohl nur die IDF in der Lage.

Dieser Text erschien zuerst hier: https://report24.news/gaza-einigung-von-donald-trump-gross-verkuendet-und-gleichzeitig-ziemlich-unrealistisch/

Zum Weiterlesen: