Präsident Donald Trump hatte versprochen, dass die USA nicht zusehen würden, wenn die islamfaschistische Diktatur der Mullahs Demonstranten tötet. Die Schätzungen der von den „Revolutionsgarden“ (Pasdaran), einer Art SS des Regimes, und den paramilitärischen Bassiji-Einheiten Massakrierten liegen mittlerweile zwischen 15.000 und 30.000.
Der Stand der Dinge
Dennoch hieß es von Trump dann wieder, er habe Infos erhalten, dass die angekündigten Hinrichtungen von 800 Festgenommenen ausgesetzt worden seien. Man führe Gespräche. Und tatsächlich fand dann erstmal kein Militärschlag statt, obwohl in der Nacht vom 14. auf den 15. Januar offenbar bereits die US-Luftwaffe gestartet war und auch der Iran damit gerechnet hatte.
Zahlreiche Medien berichteten, dass es Israel gewesen sei, das die USA im letzten Moment vom Angriff angehalten hätte. Wenn das stimmt, kann über die Motive spekuliert werden. Westliche Linke, die im Unterschied zur iranischen Linken, dem Mullah-Regime aus einer Art verquerem „Antiimperialismus“ die Stange halten, meinen, dass Israel Angst von den Schwärmen der iranischen Raketen habe.
Ein anderes israelisches Motiv könnte aber sein, dass die Regierung von Benjamin Netanyahu einen nachhaltigen Angriff möchte, der so kurzfristig nicht machbar war. Für einen mehr oder weniger symbolischen Akt wollte man keinen Gegenschlag hinnehmen. Besser etwas verzögert, aber massiver – könnte das Ziel von Jerusalem sein.
Glaubwürdigkeit
Geopolitisch betrachtet hatte Trump gegenüber den Mullahs eine „rote Linie“ definiert, die diese massiv überschritten haben. Und er hatte der Mehrheit der Iraner, die die islamfaschistische Diktatur ablehnen, versprochen, dass „Hilfe unterwegs“ sei. Darunter verstehen die iranischen Regimegegner und die Welt etwas anderes als Zölle auf iranische Handelspartner.
Dass man den Mullahs bezüglich der Hinrichtungen kein Wort glauben kann, versteht sich von selbst. Es sein nur daran erinnert, dass nach dem 12-Tage-Krieg im Juni 2025 von den über 20.000 inhaftierten angeblichen „Kollaborateuren“ etwa 1.500 gehängt wurden – teilweise auf Baukränen zur Abschreckung der Bevölkerung.
Wenn Trump und die USA die Glaubwürdigkeit im Iran und in der Welt nicht verlieren wollen, muss noch etwas anderes passieren als Wirtschaftssanktionen – entweder ein tatsächlicher Versuch des Regimewechsels oder zumindest massive Militärschläge zur Schwächung des Militär- und Repressionsapparates. Es sei auch daran erinnert, dass im Juni 2025 Trump den Mullahs eine Frist von 60 Tagen gesetzt hatte – und die USA danach tatsächlich zugeschlagen haben. Auch diesmal will Trump sicher nicht als untätig und schwach erscheinen.
Der Einsatz einer relevanten Anzahl von US-Bodentruppen im Iran ist mehr oder weniger ausgeschlossen. Trump will keinen (in seiner Anhängerschaft unpopulären) langen Krieg. Trotzdem ist ein Regime Change im Iran nicht ausgeschlossen, da dort (anders als in Afghanistan oder dem Irak) die große Mehrheit der Bevölkerung nicht islamistisch, sondern modern eingestellt ist. Ob ein Regimewechsel möglich ist, hängt von mehreren Faktoren ab – siehe unten.
Vorbereitungen
Laut Wall Street Journal haben die US-Militärberater dem Präsidenten mitgeteilt, dass ein US-Militärschlag keinen Regime Change garantiere, dass aber jedenfalls mehr Feuerkraft nötig wäre, als am 15. Januar vor Ort vorhanden war. Sehen wir uns das an.
Dass ein US-Angriff auf das iranische Regime keineswegs vom Tisch ist, zeigen die Evakuierungen aus der Al Udeid Air Base in Katar, dem größten US-Militärstützpunkt in der Region – mit der Kommandozentrale für den Nahen Osten, Platz für 120 Flugzeuge und Einheiten für Luftraumüberwachung, Aufklärung und zum Betanken in der Luft. Die Base ist für mehr als 10.000 Soldaten ausgelegt, von denen diejenigen nun evakuiert werden, die im Kriegsfall nicht notwendig sind.
Außerdem wurden auch öffentlich sichtbar US-Militärflugzeuge von Europa in die Region verlegt; dazu kommen sicherlich noch welche, die nicht sichtbar sind, weil die Transponder nicht eingeschalten sind. Es dürfte sich vor allem um Frachtflugzeuge mit Nachschub an Raketen, Bomben und Luftabwehrsystemen handeln. Und schließlich – und das ist, wie bereits zuletzt ausgeführt (https://diefreiheit.info/iran-mullah-diktatur-vor-dem-sturz/), entscheidend – ist ein US-Flugzeugträger auf dem Weg in die Region.
Es handelt sich um die USS Abraham Lincoln, die aus dem chinesischen Meer unterwegs ist und am 21. oder 22. Januar in Reichweite zum Iran sein wird. Damit werden Luftschläge rund um die Ugr möglich. Da Angriffe oft auf das Wochenende gelegt werden, um Chaos an den Börsen zu verhindern, sind ab der Nacht von 23. auf 24. Januar Militärschläge realistisch.
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Luftschläge aus verschiedenen Richtungen
Angriffe aus der Luft auf Einrichtungen das iranischen Regimes würden von mehreren Punkten ausgehen: sicherlich von der USS Abraham Lincoln, sicherlich vom US-Stützpunkt Diego Garcia im indischen Ozean und wohl auch von der israelischen Luftwaffe.
Logisch wären auch Angriffe von der erwähnten US Air Base in Katar. Allerdings hat Katar angekündigt, dem die Zustimmung zu verweigern. Da wird sich die Frage stellen, ob sich die USA das bieten lassen!
Immerhin hat sich Katar mit der Errichtung und dem Zur-Verfügung-Stellen der Base seit 1996 den Schutz der USA erkauft – insbesondere gegen Saudi-Arabien, dem das kleine Brutnest der Muslimbruderschaft seit langem ein Dorn im Auge ist. Angesichts dessen war die Verlegung der Base in die modernen und prowestlichen Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) seit langem überfällig.
Siehe dazu und anderen aktuellen Aspekten auch das interessante Gespräch mit der israelischen Politologin und ehemaligen Geheimdienstmitarbeiterin Einat Wilf: https://www.youtube.com/watch?v=2DgY_XBcKJ4
Und schließlich könnten auch Angriffe über den pakistanischen Luftraum erfolgen. Die iranische Luftverteidigung ist nach Westen (gegen Israel) und auf die südliche Küste (gegen die USA) ausgerichtet – und im Osten schwach. Es gibt offenbar Hinweise darauf, dass das pakistanische sunnitisch-islamistische Regime für wirtschaftliche und politische Hilfe den USA die Nutzung seines Luftraumes erlaubt: https://www.youtube.com/watch?v=bt8lS5r5SzE
Operationen am Boden
Die Luftschläge würden natürlich auch Gegenreaktionen der Mullah-Diktatur auslösen. Sie würden mit ihrem, seit Juni 2025 teilweise erneuerten, Raketenarsenal US-Einrichtungen in der Region und insbesondere den verhassten jüdischen Staat angreifen. Dementsprechend bereitet sich die israelische Bevölkerung auch bereits darauf vor, einige Zeit in den Bunkern zu verbringen. Die Gegenschläge werden umso schwächer sein, je systematischer und durchschlagender die israelischen und US-Luftschläge sind – und wie erfolgreich Kommandotruppen vor Ort agieren.
Jedenfalls werden Luftschläge allein das islamfaschistische Regime nicht stürzen. Dazu muss auch am Boden etwas passieren – und zwar mehr als einzelne Aktionen von israelischen oder US-Kommandos. Das wiederum hängt von zwei Faktoren ab:
Erstens stellt sich die Frage, wie weit die iranische Opposition, vermutlich in Kombination mit israelischen Geheimdiensten, es geschafft hat, eigene Strukturen aufzubauen – politische und paramilitärische. Zumindest wurden offenbar während der Proteste in der ersten Januarhälfte auch Einrichtungen der Pasdaran angezündet, einiger ihrer Offiziere getötet oder deren Wohnhäuser als Ziele markiert. Waren das isolierte Einzelaktionen oder kann da noch mehr kommen? Manche Beobachter sind immerhin der Ansicht, dass Israel auch die iranischen Sicherheitskräfte „deeply penetrated“ habe (https://www.youtube.com/watch?v=fI64Un1c8s8).
Und da stellt sich zweitens die Frage, wie sich die reguläre iranische Armee verhalten wird, wenn die militärische Kampagne der USA und Israels ausdauernd ist, die Offiziere der Pasdaran systematisch eliminiert und zentrale Figuren des Regimes ausgeschalten werden. Die Pasdaran-Leute und die Bassiji-Milizen sind ideologische Fanatiker, von denen die Mehrheit für ihren Islam gerne den Märtyrertod stirbt (vielleicht würden dennoch einige angesichts des ausbleibenden Soldes und eines fallenden Regimes rechtzeitig ihre Haut retten wollen).
Aber das reguläre Militär ist weniger ideologisiert und besteht aus normalen Männern. Werden sie sich angesichts eines „ausländischen Angriffs“ pseudopatriotisch „um die Fahne sammeln“ oder werden sie dem Druck der regimefeindlichen Bevölkerung, also oft von Familie und Freunden, nachgeben? Die Antwort auf diese Frage könnte über die Zukunft des Iran entscheiden.
Pakistan, Türkei, Saudi-Arabien
Einige „linke“ westliche „Antiimperialisten“ hatte zuletzt gehofft, dass Pakistan dem Iran „gegen die Zionisten“ helfen würde. Immerhin hatte das islamistische Regime in Islamabad lange Zeit gute Beziehungen zur Mullah-Diktatur Iran gepflegt. Danach sieht es aber, wie ausgeführt, aktuell keineswegs aus.
Ähnliches gilt für die anderen beiden Regionalmächte, also Saudi-Arabien und die Türkei. In beiden sind sunnitische Islamisten an der Macht, die von den schiitischen Fanatiker in Teheran nie begeistert waren. Die Saudis hatten mit den Mullahs Konflikte um die Vorherrschaft am Golf, die Türkei und der Iran fochten in Syrien einen blutigen Stellvertreterkrieg aus.
Weder das türkische AKP-Regime noch die Saudis werden den Mullahs helfen. Vielleicht werden sie protestieren – wegen des islamischen Images und weil beide auch nicht an einem modernen demokratischen Iran interessiert sind (sie wollen ja nicht, dass das auch in ihren Ländern zum Vorbild wird). Die Türkei hat auch Befürchtungen bezüglich einer Autonomie oder Unabhängigkeit der iranischen Kurden. Aber die Türkei und die Saudis werden nichts aktiv gegen die USA unternehmen – wollen sie doch in Gaza eingebunden werden und arbeiten sie doch gerade gemeinsam mit Pakistan an der Formierung einer Art „islamischen NATO“ (https://report24.news/die-geburt-einer-islamischen-nato-ankara-riad-und-islamabad-formen-eine-allianz/).
Indien hat seit langem gute Beziehungen zu Israel (https://diefreiheit.info/israelische-geopolitik-2-usa-indien-pakistan-iran-golfstaaten-aegypten/) und ist an einer Eindämmung der Islamisten immer interessiert, wird aber andererseits eine Zusammenarbeit zwischen Pakistan und den USA misstrauisch beobachten.
Die Eliten in London, Paris, Berlin und Brüssel wiederum werden in der Auseinandersetzung keine relevante Rolle spielen. Möglicherweise werden sie das US-Narrativ teilweise übernehmen, gleichzeitig ihre islamischen Geldgeber und Wähler und die „antiimperialistischen“ Linken in Medien und Unis nicht verprellen wollen.
Russland, China, USA
Für Russland und China wäre ein Verlust des iranischen Verbündeten sicherlich schmerzlich. 90 Prozent der iranischen Ölexporte gehen nach China, weshalb Streiks in der iranischen Ölindustrie, ein Bürgerkrieg oder ein Regimewechsel im Iran erhebliche Bedeutung für China hat. Auch für Russland ist der Iran ein wichtiger Bündnispartner gegen westliche Versuche der Einkreisung und ökonomischen Strangulierung.
Gleichzeitig ist sowohl für Russland als auch für China die Zusammenarbeit mit den Mullahs nicht mehr als ein unvermeidliches Zweckbündnis. Die Führungen in Moskau und Peking sind sicherlich keine Fans der religiösen Fanatiker in Teheran – haben sie doch in beiden Ländern ihre eigenen Probleme mit islamischen Extremisten.
Beide Länder werden Teheran deshalb höchstens halbherzig helfen. Russland soll zuletzt neue Raketen und/oder Luftabwehrsysteme geliefert haben. Von China soll das technische Knowhow stammen, mit dem während der Massenproteste im Iran Elon Musks Starlink außer Gefecht gesetzt worden sein soll. Aber weder China noch Russland werden wegen der Mullahs eine offene und volle Konfrontation mit den USA eingehen.
Für Russland ist die Ukraine die Priorität und es wird von dort keine relevanten Kapazitäten in den Iran abziehen. Auch gut möglich, dass Trump Russland für ein weitgehendes Stillhalten bezüglich des Iran etwas geboten hat. Das könnte die Ukraine betreffen. Und zuletzt haben die USA Putin einen Platz im Gaza-Friedensrat angeboten. Das ist eine sehr freundliche Geste in Richtung der Normalisierung der politischen Beziehungen.
Wenn die USA – wie in der neuen Nationalen Sicherheitsstrategie formuliert – China nicht als Feind, sondern als ökonomischen Rivalen ansehen, ist es auch logisch, dass man mittelfristig das zur europäischen Zivilisation gehörende Russland wieder etwas von China wegziehen und das sino-russische Bündnis letztlich lockern möchte. Dazu wird es weitere ausgestreckte Hände, vertrauensbildende Maßnahmen und Angebote brauchen.
Sollte Trump nun gegenüber dem Regime der Mullahs ernst machen und den Regime Change tatsächlich versuchen, dann ist das natürlich mit einigem Risiko verbunden. Der Erfolg ist nicht garantiert. Aber wenn Trump es – mit bedeutender israelischer Hilfe – schaffen sollte, die islamfaschistische Diktatur zu beseitigen, dann wird er (unabhängig von seinen Charaktereigenschaften und Kritikpunkten) als großer Staatschef in die Geschichte eingehen.
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