Bis dato wurden 17 Impfungen als notwendig eingestuft, was dazu führte, dass ein Kind bis zu 72 Dosen bis zu seinem 18. Geburtstag verabreicht bekommen hätte, da viele der Impfungen mehrfach aufgefrischt werden müssen.
Eltern, für die dieses Pensum zu hoch ist, können ab sofort „ in Betracht ziehen, ihren Kinder stattdessen zehn Impfungen, die als internationaler Konsens von 20 Ländern gelten, verabreichen zu lassen“, so der für die Impfpolitik zuständige US-Vizegesundheitsminister Jim O’Neill auf X.
Zuvor hat Donald Trump das US-Gesundheitsministerium angewiesen „zu überprüfen, wie andere Länder ihre Kinder schützen und gegebenenfalls Änderungen vorzunehmen“. Dabei wurde besonders Dänemark als Beispiel hervorgehoben.
Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Masern, Windpocken und andere Krankheiten stehen weiterhin auf der Empfehlungsliste der CDC. Die HPV-Impfung wird mit einer Dosis weniger als zuvor empfohlen.
Rotavirus, COVID-19 und Meningokokken-Erkrankungen wurden in eine neue Kategorie eingeordnet, die „Impfungen auf Grundlage gemeinsamer klinischer Entscheidungsfindung“ betont. Diese werden nur noch für Kinder mit hohem Risiko oder im Rahmen einer sogenannten „gemeinsamen Entscheidungsfindung“ nach individuellen Gesprächen mit Ärzten empfohlen.
Die US-Bundesregierung schreibt keine Impfungen vor. Diese Zuständigkeit liegt bei den Bundesstaaten. Der Impfplan beeinflusst jedoch maßgeblich die Impfpolitik der Bundesstaaten hinsichtlich der Impfpflicht für Schulkinder. Das könnte die Kluft zwischen republikanisch und demokratisch regierten Bundesstaaten weiter vertiefen.
Florida zum Beispiel hatte bereits im September angekündigt, alle Impfpflichten an öffentlichen Schulen abschaffen zu wollen. Einige Bestimmungen bleiben jedoch bestehen, sofern sie nicht von den Abgeordneten des Bundesstaates aufgehoben werden.
„Jede einzelne dieser Bestimmungen ist falsch und trieft vor Verachtung und Unterdrückung“, sagte Joseph Ladapo, Floridas oberster Amtsarzt und langjähriger Impfskeptiker. Er versprach, alle Bestimmungen aufzuheben, die in den Zuständigkeitsbereich seines Ministeriums fallen. Mit diesem Schritt wäre Florida der erste Bundesstaat der USA ohne Impfpflicht an Schulen.
Die von den Demokraten regierten Bundesstaaten hingegen verschärfen ihre Bestimmungen zunehmend. Oregon, Washington und Kalifornien gründeten im Herbst die West Coast Health Alliance, wenige Tage nachdem Kennedy den damaligen Leiter der CDC entlassen hatte. Die Allianz, der sich kurz darauf Hawaii anschloss, erklärt, sie werde „evidenzbasierte, einheitliche Empfehlungen für ihre Einwohner bereitstellen, wer geimpft werden sollte, und sicherstellen, dass die Öffentlichkeit Zugang zu glaubwürdigen Informationen hat, um Vertrauen in die Sicherheit und Wirksamkeit von Impfstoffen zu gewinnen“.
Damit ziehen sie am gleichen Strang wie die Governors Public Health Alliance, einem Zusammenschluss von 15 demokratischen Gouverneuren, die gemeinsam an der Kommunikation im Bereich der öffentlichen Gesundheit arbeiten.
„Angesichts der sich ständig verändernden Lage auf Bundesebene ist es entscheidend, dass die Gouverneure weiterhin alles in ihrer Macht Stehende tun, um Familien und Gemeinden zu schützen.“ so ein Berater der Allianz.
Gleichzeitig sinken die Impfraten bei Schulkindern. Im Schuljahr 2024/25 sanken die Impfraten bei Kindergartenkindern auf 92,1 Prozent für DtaP (Diphtherie-, Tetanus- und azelluläre Pertussis-Impfung) und auf 92,5 Prozent für MMR (Masern-, Mumps- und Röteln-Impfung) sowie die Polio-Impfung. Im Vergleich: Im Schuljahr 2019/20 lagen die Impfraten für DTaP bei 94,9 Prozent und für MMR bei 95,2 Prozent, wie die CDC mitteilte.
Langfristig wird zu beobachten sein, ob sich die neuen Ansätze in den Fragen der Gesundheit durchsetzen werden und sich Verbesserungen erkennen lassen. Die Amerikaner sind ein durchwegs ungesundes Volk. 70 Prozent der jungen Männer, die zur Musterung antreten, sind untauglich. Hauptgründe dafür sind Fettleibigkeit und Drogenkonsum.
Sollte sich diese Politik durchsetzen, erhalten wir vielleicht auch klare Antworten, wie weit Impfung und Autismus im Zusammenhang stehen.
Zum Weiterlesen:
Schluss mit der Energiewende! Warum Deutschlands Volkswirtschaft dringend Ökologischen Realismus braucht
von Dr. Björn Peters
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