IV. MB-nahe islamische Vorhutakteure in Deutschland[27]
Die Ursprünge der Anwesenheit und Tätigkeitsentwicklung der MB und anderer orthodox- und radikalislamischer Gruppen in Deutschland und Europa ergeben sich primär aus zwei elementaren Zusammenhängen:
1) Aus der Kollaboration Nazi-Deutschlands mit dem Mufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Husseini sowie generell der Islampolitik Nazi-Deutschlands während des Zweiten Weltkriegs[28]. Diese führte zur Rekrutierung von weit über 100.000 Muslimen für die deutsche Wehrmacht und u. a. zur Aufstellung von muslimischen SS-Divisionen wie der überwiegend aus freiwilligen Bosniaken bestehenden ca. 21.000 Mann zählenden 13. Waffen-Gebirgs-Division „Handschar“ in Kroatien[29]. Viele NS-Funktionäre bis in höchste Kreise teilten eine positive ideologische Einstellung gegenüber dem Islam. Noch am 4. Februar 1945, „als Hitler sich über seine Vision von einer neuen europäischen Ordnung ausließ, beharrte er darauf, diese Ordnung hätte ‚dem neuen Europa den Weg freigegeben zu einer weltanschaulichen Freundschaftspolitik mit dem Islam‘“ (Motadel 2017, S. 366).
2) Aus der Interessenlage der antisowjetischen Strategie der USA während des globalen Kalten Krieges, die den Islam als politisch-ideologische Waffe im Kampf gegen den Ostblock betrachtete und deshalb auch eine Förderung und Instrumentalisierung der MB-nahen Muslime in Westdeutschland einschloss[30]. In einem Memorandum vom 3. Mai 1957 legte die Arbeitsgruppe „Islam“ des damaligen Nationalen Sicherheitsrates der USA die Grundlinien der US-Islampolitik und -propaganda folgendermaßen fest: „Der Islam sei der natürliche Verbündete der Vereinigten Staaten; die Kommunisten seien die Feinde des Islam; der Islam sei eine mächtige Kraft in der Weltpolitik.“ Ferner wurde festgehalten, dass die USA und die Muslime viele „vereinbare Werte“ hätten (Motadel 2017, S. 384)[31]. Insbesondere auch den strengen wahabitischen Islam Saudi-Arabiens und dessen weltweite Ausbreitung sah man als politisch unterstützenswert an (ebd., S.386). Diese antisowjetische US-Strategie bedingte dann auch wesentlich das Zustandekommen des westdeutschen Anwerbeabkommen mit der Türkei[32].
Nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes blieben einige der muslimischen Wehrmachtsangehörigen und SS-Freiwilligen, die der Repatriierung in die Sowjetunion und nach Jugoslawien entgehen konnten, in Westdeutschland und lebten zunächst in Lagern für sog. Displaced Persons im Umland größerer Städte in Süddeutschland. 1953 kam es dann aus diesen Reihen in München zur Gründung der ersten islamischen Organisation in der Bundesrepublik mit dem Namen „Religiöse Gemeinschaft Islam“. Nach Schätzung des Bayerischen Kultusministeriums belief sich deren Mitgliederzahl auf 300 Personen. Der Vorsitzende hieß Ibrahim Gacaoglu, stammte aus dem Kaukasus und war 1942 als Freiwilliger in die NS-Wehrmacht eingetreten. Der Imam der Gemeinschaft, der 1920 in Jugoslawien geborene Salih Sabanovic, war Absolvent der Imam-Akademie in Zagreb und hatte während des Krieges als Imam in der 13. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Handschar“ gewirkt[33]. Weitere muslimische Gruppen von Kriegsveteranen, die auf der Seite Hitler-Deutschlands gekämpft hatten, waren u. a. die Wolga-Tartaren, Turkestaner und Bosniaken. Hinzu kamen 2000 arabische Muslime, 200 Pakistani, 700 Türken sowie 2000 Iraner, bei denen es sich zum größten Teil um Studenten und Praktikanten handelte und die von den Amerikanern – neben der „Religiösen Gemeinschaft Islam“ – ebenfalls für deren antisowjetische Islampolitik umworben, gefördert und bis hin zu Geheimdienst- und Propagandamissionen vereinnahmt wurden[34]. Eine besondere Rolle spielte hierbei das „Amerikanische Komitee für die Befreiung vom Bolschewismus“ und dessen Sender „Radio Liberation“.
Um den Amerikanern nicht allein das Feld der Einflussnahme zu überlassen und die in Westdeutschland verbliebenen „Nazi-Muslime“ selbst zu kontrollieren, wurden die alten NS-Kriegsseilschaften reaktiviert. Die Federführung übernahm in dieser Angelegenheit das „Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte“. Geleitet wurde es von 1953 bis 1960 von Theodor Oberländer, dem ehemaligen Kommandeur einer der ersten muslimischen Wehrmachtsverbände. Unterstützung kam vom Düsseldorfer „Büro für heimatvertriebene Ausländer“ unter Leitung von Gerhard von Mende, der während der Naziherrschaft sein Wissen über die „sowjetasiatischen Völker“ in den Dienst des Regimes gestellt und u. a. in der Freiwilligen-Leitstelle Ost der SS gedient hatte. Angestrebt wurde die Gründung einer neuen islamischen Vereinigung, die von einem „Hauptimam“ in Gestalt von Nurredin Namangani, dem ehemaligen Divisions-Imam der Ostmuselmanischen SS-Division, geführt werden sollte. In einem Sitzungsprotokoll des Vertriebenenministeriums vom 17 April 1957 hieß es dementsprechend: „Herr Namangani erhält den Auftrag, zunächst einmal die mohammedanischen heimatlosen Ausländer und nichtdeutschen Flüchtlinge als religiöse Gemeinde um sich zu sammeln, um dann erst einmal den unliebsamen amerikanischen Einfluss, der der Bundesrepublik schädlich werden kann, auszuschalten und evtl. auch später (…) die Mohammedaner fremder Staatsangehörigkeit in seine religiöse Gemeinde herein zu bekommen“ (zit. n. Meining 2011, S. 93). Tatsächlich wurde Namangani – nach einem zunächst gescheiterten Versuch der Ernennung[35] – im Herbst 1957 offiziell zum „Hauptimam für die mohammedanischen Flüchtlinge“ ernannt. Am 9. März 1958 folgte dann in München die Gründung der mit jährlich 21.000 DM aus Bundesmitteln finanzierten „Geistlichen Verwaltung der Muslimflüchtlinge in der Bundesrepublik Deutschland e. V.“. Als Gründungsmitglieder gezählt wurden 71 Muslime aus dem Umfeld des neuen „Hauptimam“. Die „Religiöse Gemeinschaft Islam“, die gegen diese Neugründung protestiert hatte, verlor infolgedessen an Einfluss, was zunächst auch den amerikanischen islampolitischen Interessen zuwiderlief.
Zusätzlich zu den „Nazi-Muslimen“ gelangten Ende der 1950er Jahre zunehmend Studenten aus islamischen Ländern nach Westdeutschland. Darüber hinaus gab es auch geflohene Muslimbrüder, die wegen der Verfolgung in ihren Herkunftsländern aufgrund des Attentats auf Nasser (1954) eingereist waren. Um den Zusammenhalt dieser diversen muslimischen Gemeinden zu stärken, verfolgte die „Geistlichen Verwaltung der Muslimflüchtlinge“ in Abstimmung mit dem Vertriebenenministerium das Projekt des Baus einer Moschee in München, dem damaligen Hauptsammlungsort und Zentrum der Muslime in Deutschland. Auf einem Treffen am Zweiten Weihnachtstag 1958, an dem neben den Kriegsveteranen der der „Geistlichen Verwaltung der Muslimflüchtlinge“ auch dreizehn muslimische Studenten teilnahmen, wurde die Gründung einer Moscheebau-Kommission beschlossen. Am 6. März 1960 kam es dann zur offiziellen Gründung der Münchner „Moscheebau-Kommission e. V.“[36]
An der Weihnachtssitzung 1958 hatte auch der damalige Jungstar der MB, Said Ramadan, Schwiegersohn und Privatsekretär von Hasan al-Bannā, als Ehrengast teilgenommen. Der redegewandte und gebildete Ramadan, der 1958 an der Universität in Köln in islamischem Recht promovieren durfte, war ein umtriebiger und viel gereister Verfechter der dargelegten MB-Ideologie und setzte sich gezielt für den Aufbau eines islamischen Netzwerks in Europa unter Kontrolle der MB ein. Schon 1951 hatte Ramadan an der Seite des Großmuftis al-Husseini an der Konferenz des Islamischen Weltkongresses in Karatschi (Pakistan) als einer von drei Konferenzsekretären teilgenommen. „Nach seiner Theorie“, so Johnson (2011, S. 145), „sollten die Muslime von einem Kalifen regiert werden, einem weltlichen Machthaber, der nach islamischem Recht, der Scharia, regieren sollte.“ Nachdem er Ägypten infolge des Attentats auf Nasser verlassen musste, hatte er sich in der Schweiz niedergelassen, wo er in Genf ein islamisches Zentrum gründete und von dort aus die internationale Tätigkeit der MB lenkte. Seine ausgeprägte antikommunistische Grundeinstellung (gegen den sowjetischen Atheismus) führte auch zu einer punktuellen Zusammenarbeit mit den islampolitischen US-Strategen. Hingegen behinderte seine – ganz mit al-Husseini übereinstimmende – aggressive Judenfeindschaft ein engeres Bündnis mit den Amerikanern[37].
Nach einer Phase längerer Querelen zwischen den „Muslimflüchtlingen“ und den jungen studentischen MB-Anhängern übernahm schließlich Said Ramadan den Vorsitz der Münchener Moscheebau-Kommission. Motadel (2017, S. 380) fasst die Entwicklung prägnant zusammen: „Die Araber setzten sich durch. Ramadan verfügte über mehr Ressourcen und holte internationale Gelder nach München. Im Herbst 1961 traten die Veteranen aus der Moscheebau-Kommission aus. Namangani emigrierte in die Türkei. Die ‚Geistliche Verwaltung der Muslimflüchtlinge in der Bundesrepublik Deutschland‘ wurde politisch irrelevant. Die nun von den Arabern kontrollierte ‚Moscheebau-Kommission‘ verwandelte sich in eine neue islamische Vereinigung – 1963 wurde sie in ‚Islamische Gemeinschaft in Süddeutschland‘ umbenannt und 1982 in ‚Islamische Gemeinschaft in Deutschland‘.“ Der Sitz derIslamischen Gemeinschaft Deutschland e. V. (IGD) war das Islamische Zentrum München. Bis 1968 hatte Said Ramadan die Leitungsposition inne. Auch danach blieb die IGD fest in der Hand der MB. Von 1984 bis 1987 war Muhammad Mahdi Akif, der später von 2004 bis 2010 als siebter oberster Führer der MB fungierte, leitender Imam des Islamischen Zentrums München. Von 1973 bis 2002 lag die Leitung der IGD in den Händen von Ali Ghaleb Himmat, bis dieser in Verdacht geriet, in die Finanzierung von al Qaida verstrickt zu sein. „Das Islamische Zentrum München, das Kirche und Politik jahrzehntelang als Hort der Toleranz empfunden hatten, stand schlagartig unter Terrorverdacht (Meining 2011, S. 242). Von 2002 bis 2010 amtierte dann der Deutsch-Ägypter Ibrahim El Zayat, der sich 2001 auch um den Vorsitz des Zentralrats der Muslime bewarb und an der Gründung des Koordinierungsrates der Muslime in Deutschland beteiligt war, als Präsident der IGD. Seine Ehefrau Amina El Zayat ist die Nichte des Milli-Görüs-Gründers Necmettin Erbakan und Schwester des vormaligen Milli-Görüs-Vorsitzenden Mehmet Sabri Erbakan. Nicht zuletzt aufgrund dieser heiratspolitischen Verbindung agierte der „panislamische Multifunktionär“ El Zayat als Generalbevollmächtigter der Europäischen Moscheebau- und Unterstützungsgesellschaft und verwaltete die etwa 300 Milli-Görüs-Moscheen in Deutschland. „Er kauft Grundstücke für Moscheebauten, berät die Vereine beim Vorgehen zur Erlangung von Baugenehmigungen sowie bei der Finanzierung“ (Rasche 2007, S. 13). Aufsehen erregte El Zayat, als er 2007 als ungeladener Gast auf der vom Bundesinnenminister einberufenen Islamkonferenz an der Seite von Ayyub Köhler auftauchte, dem zu diesem Zeitpunkt amtierenden Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime. Er gilt als einer der einflussreichsten Architekten der etappenweisen Islamisierung Deutschlands, d. h. der Ausweitung und Absicherung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Errichtung unbehelligter Herrschaftsräume des Scharia-Islam. Dazu gehört insbesondere auch die Erhöhung der Moscheebaudichte. „Auf dem von El Zayat organisierten Jahreskongress der Islamischen Gemeinschaft Deutschlands 2003 in Berlin wurde der ägyptische Prediger Omar Abdel Kafi deutlich: ‚Integration darf nicht zu weit gehen. Unsere wichtigste Aufgabe ist es, den Islam zu verbreiten. Wir müssen die ganze Welt besiedeln und zum Islam bekehren‘“ (ebenda).
Im September 2018 fand eine Umbenennung der IGD in „Deutsche Muslimische Gemeinschaft e. V.“ (DMG) statt[38]. Der Verfassungsschutz bezeichnete die DMG 2019 als „die wichtigste und zentrale Organisation von Anhängern der MB in Deutschland“ und stellte fest: „Ziel der DMG ist es unter anderem, gegenüber Politik, Behörden und zivilgesellschaftlichen Partnern als Ansprechpartner eines gemäßigten, weltoffenen Islam in Erscheinung zu treten. Sie verfolgt eine an der MB-Ideologie ausgerichtete Strategie der Einflussnahme im politischen und gesellschaftlichen Bereich. Bei öffentlichen Auftritten werden Bekenntnisse zur MB und verfassungsfeindliche Äußerungen vermieden. Zahlreiche Verbindungen zwischen hochrangigen DMG-Funktionären und namhaften ausländischen Muslimbrüdern verdeutlichen jedoch die Zugehörigkeit der Organisation zum weltweiten MB-Netzwerk.“ (Verfassungsschutzbericht 2019, S. 223).
1994 war die IGD/DMG maßgeblich an der Gründung des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) beteiligt[39], wurde dann aber ohne Angabe von Gründen im Januar 2022 von der Vertreterversammlung des ZMD ausgeschlossen[40]. Als Verband verdächtig „überkorrekt“ auftretender „Nadelstreifenislamist:innen“[41] zählt der ZMD ca. 30 Mitgliedsverbände, darunter auch die ATIB (Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa e. V.), eine Abspaltung der türkisch-rechtsextremistischen Grauen Wölfe, sowie das Islamische Zentrum Hamburg, eine Vertretung des iranischen staatsislamistischen Herrschaftssystems. Nach eigenen Angaben zählt der ZMD 30.000 Mitglieder.
Neben der Muslimischen Jugend in Deutschland (MJD) als Juniororganisation gehören folgende weitere Einrichtungen zum unmittelbaren organisatorischen Einflussbereich der IGD/DMG: Das Europäische Institut für Humanwissenschaften (EIHW) mit Sitz in Frankfurt a. M., das einen orthodox-dogmatischen Scharia-Islam im Sinne der MB-Ideologie lehrt und als Kaderschmiede für MB- und DMG-Funktionäre gilt[42]; der Rat der Imame und Gelehrten in Deutschland (RIGD), ebenfalls mit Sitz in Frankfurt a. M. als deutsche Variante des European Council for Fatwa and Research (ECFR, Europäischer Rat für Fatwa und Forschung) sowie die sog. Hilfsorganisation Islamic Relief Deutschland e. V. (IRD) mit Sitz in Köln als Teil des Dachverbandes Islamic Relief Worldwide. Unter dem Deckmantel der Wohltätigkeit sammelt und verteilt IRD Gelder zur Finanzierung radikalislamischer Aktivitäten[43].
Wie Rita Breuer treffend zusammenfasst, verfügt die MB „über ein breites Personengeflecht und Netzwerk von Strukturen in Deutschland und Europa, das deutlich über die genannten Protagonisten hinausgeht. Sie ist bestens gerüstet für ihre Agenda, islamische Bildung zu fördern, institutionell Einfluss zu nehmen und immer mehr Akzeptanz islamischer Normen in der deutschen Öffentlichkeit durchzusetzen. Besonderes Augenmerk widmet man auch dem Thema Islamkritik und der Schulung zum Umgang mit islamkritischen Argumenten; Ziel ist, jede kritische Anfrage an den Islam als islamfeindlich oder rassistisch zu kategorisieren und zu unterbinden.“[44]
Insgesamt betrachtet zeigt sich, dass sich die muslimische Islamisierungsstrategie in Deutschland in den letzten zwei Jahrzehnten tendenziell als durchaus erfolgreich erwiesen hat, was sich in der deformierenden Ausbreitung islamischer Herrschaftskultur auf unterschiedlichen sozialen Systemebenen manifestiert[45]. Auf diese Weise wurde und wird der gesamtgesellschaftliche Regressions- und Krisenprozess in Deutschland und anderen europäischen Ländern zusätzlich anheizt, entscheidend beeinflusst und vertieft. Ausschlaggebend sind aber (noch) nicht die Bestrebungen der eingewanderten Protagonisten der islamischen Herrschaftskultur, sondern die gewährenden und entgegenkommenden Verhaltensweisen der politischen Klasse sowie der hinter ihr stehenden Lobbyisten. Erst deren Bereitschaft, unter der Parole „Der Islam gehört zu Deutschland“, dem Islamisierungsstreben auf zahlreichen gesellschaftlichen Gebieten im Sinne einer völlig verkehrten „Integrationspolitik“ und falscher „Toleranz“ nachzugeben, eine Deutsche Islamkonferenz einzurichten, Islamunterricht einzuführen, Institute für Islamische Theologie an deutschen Universitäten zu etablieren, den Verbandsislam sukzessive in das staatskirchenrechtliche Privilegiensystem aufzunehmen, öffentliche Muezzinrufe zu genehmigen, den Bau von Großmoscheen zu fördern, Ramadanbeleuchtungen aufzuhängen u. v. m. sowie im Kontext einer sog. Bestandserhaltungsmigration eine islamische Massenzuwanderung zu stimulieren und damit summa summarum die islamische Herrschaftskultur zu legalisieren und zu fördern, sichert den Islamisierungsprozess ab und stimuliert das reaktionär-alltagsaggressive Handeln eines Großteils der Muslime in Deutschland.
Wie gegen diese globalkapitalistische Bedrohung der säkular-demokratischen Gesellschafts- und Lebensordnung vorzugehen wäre, hatte die GAM e. V. bereits in einer kurzen Stellungnahme vom November 2020 umrissen[46] und in einem umfangreichen Programm genauer ausgeführt[47].
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Dieser Text erschien zuerst hier: https://hintergrund-verlag.de/analyse-der-islamischen-herrschaftskultur/hartmut-krauss-islamische-herrschaftsstrategie-unter-den-bedingungen-westlicher-vorherrschaft/
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Der Koran. Übersetzung von Rudi Paret. 10. Auflage. Stuttgart 2007.
Der Koran. Das heilige Buch des Islam. Aus dem Arabischen von Max Hennig. Überarbeitet und herausgegeben von Murad Wilfried Hofmann. Kreuzlingen/München 2003.
Krauss, Hartmut: Faschismus und Fundamentalismus. Varianten totalitärer Bewegung im Spannungsfeld zwischen ‚prämoderner‘ Herrschaftskultur und kapitalistischer ‚Moderne‘. Osnabrück 2003.
Krauss, Hartmut: Islam, Islamismus, muslimische Gegengesellschaft. Eine kritische Bestandsaufnahme. Osnabrück 2008.
Krauss, Hartmut: Der Islam als grund- und menschenrechtswidrige Weltanschauung. Ein analytischer Leitfaden. Osnabrück 2013.
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Wöhler-Khalfallah, Khadija Katja: Islamischer Fundamentalismus. Von der Urgemeinde bis zur Deutschen Islamkonferenz. Berlin 2009.
Anmerkungen:
[27] Auf die Herausbildung und Konsolidierung türkisch-islamischer Vorhutakteure mit prinzipiell MB-affiner Ideologie wie insbesondere die Milli-Görüş-Bewegung oder aber die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V. (DITIB) wird in dieser Abhandlung nicht eingegangen. Siehe dazu z. B. ausführlich Heinisch u. a. 2023.
[28] Die kollaborative Islampolitik der Nazis konnte relativ nahtlos an die proislamische „Freundschaftspolitik“ des deutschen Kaiserreichs anknüpfen. In den ersten Jahren des 1. Weltkriegs „wurde das gesamte Kaiserreich von einer regelrechten Islam-Manie erfasst. Die deutsche Presse brachte zahlreiche Artikel zum Thema Heiliger Krieg; Islamexperten hielten öffentliche Vorträge über Deutschlands Allianz mit der muslimischen Welt; es erschien eine regelrechte Flut von Broschüren und Büchern über den Dschihad (Motadel 2017, S. 31). Die Islamexperten des NS-Regimes schätzten die vehemente islamische Ablehnung der westlich-europäischen Kultur der Engländer und Franzosen (Demokratie, Aufklärung, Fortschrittsglauben, Individualismus etc.) und labten sich am muslimischen Antibolschewismus als Verbrüderungsgrundlage. „Deutschland habe ebenso wie alle anderen ‚autoritären und totalen Staaten … vom Aufstieg des Islam nichts zu fürchten‘“ (ebenda, S. 42).
[29] Damit wurde das Prinzip der ‚Rassenreinheit‘ der SS aufgegeben. „Aus den Muselmanen wurden ‚Muselgermanen‘. Die ‚weltanschaulich geistige Erziehung‘ der muselmanischen SS-Division wurde mit dem Mufti besprochen, und es wurde mit ihm vereinbart, daß der Nationalsozialismus als völkisch bedingte deutsche Weltanschauung und der Islam als völkisch bedingte arabische Weltanschauung unter Herausstellung der gemeinsamen Feinde (Judentum, Anglo-Amerikanismus, Kommunismus, Freimaurerei, Katholizismus) gelehrt werden sollten“ (Gensicke 2007, S. 115.). Zur Aufstellung von Bataillonen der kaukasischen Völker erklärte Hitler: „Die einzigen, die ich für zuverlässig halte, sind die reinen Mohammedaner“ (zit. n. Motadel 2017, S. 264).
[30] „Unter Dwight D. Eisenhower, der Anfang 1953 Präsident der Vereinigten Statten wurde, entwickelte sich die Unterstützung eines islamischen Blocks gegen die Sowjetunion (und später auch gegen den immer gefährlicher erscheinenden arabischen Nationalismus) zur offiziellen US-Politik. Eisenhower selbst war ein Verfechter einer aggressiven Instrumentalisierung des Islam.“ Bei einem Treffen mit Vertretern der CIA und des Generalstabs soll er laut einer Protokollnotiz dafür plädiert haben, die Idee des „Heiligen Kriegs“ gegen die Sowjetunion zu nutzen. (Motadel 2017, S. 382f.)
[31] Ferner wurden in dem Memorandum zahlreiche praktische Vorschläge zur Kooperation mit islamischen Bewegungen und Staaten gemacht, die allerdings nicht an die Öffentlichkeit dringen sollten. „Die offene Ausnutzung islamischer Organisationen zur Verbreitung harter Propaganda ist zu vermeiden.“
[32] Siehe: https://hintergrund-verlag.de/spaetkapitalistische-systementwicklung/50-jahre-anwerbeabkommen-mit-der-tuerke/
[33] Siehe Meining 2011, S. 62.
[34] Ebenda, S. 94.
[35] Vgl. hierzu Meining 2011, S. 96ff.
[36] „Zwei Gruppen höchst unterschiedlicher Muslime schickten sich an, in München eine zentrale Moschee zu bauen und den Islam auf eine feste Grundlage zu stellen. Dies war in Deutschland wie in Europa ein beispielloser Vorgang“(Meining 2011, S. 111).
[37] Nachdem Ramadan 1953 an einem „Islamischen Kolloquium“ an der Princeton University teilgenommen hatte, notierte ein CIA-Berichterstatter über ihn: „Nach meinem Gefühl war Ramadan ein politischer Reaktionär, vom Typ eines Falangisten oder Faschisten, nicht reaktionär im religiösen Sinne, wie die drei Scheichs, die auch an der Tagung teilnahmen. (…) Ramadan scheint ein Faschist zu sein, der Leute um der Macht willen um sich schart. Er legte nicht viele Ideen dar, nur die der Bruderschaft“ (zit. n. Johnson 2011, S. 149).
[38] „Durch die Umbenennung der IGD in DMG versuchte sich die Organisation offenbar als unbelastete Ansprechpartnerin für einen offenen, gemäßigten Islam zu präsentieren und die mittlerweile auch öffentlich bekannt gewordene Verbindung der IGD zur MB zu verschleiern“ (Verfassungsschutz in Hessen 2018, S. 181).
[39] Wegen der Einschätzung des Verfassungsschutzes, die DMG sei eine der MB nahe stehende Organisation, vollzog die DMG Ende 2019 aus taktischen Gründen den „schmerzlichen, aber notwendigen Schritt“ und ließ ihre Mitgliedschaft im ZMD vorerst ruhen.
[40] https://www.zentralrat.de/33706.php Ob es sich hierbei um einen echten Ausschluss oder Augenwischerei gehandelt hat, thematisiert ein Artikel des Humanistischen Pressedienstes https://hpd.de/artikel/zentralrat-muslime-schliesst-deutsche-muslimische-gemeinschaft-20116
[41] Zur überbetont gemäßigten Selbstdarstellung orthodoxer und radikaler Muslime siehe das Konzept der „schmeichlerischen Täuschung“ in Fußnote 11.
[42] Verfassungsschutzbericht in Hessen 2018, S. 181.
[43] Mit 32 Millionen Euro wurde 2015 und 2016 die Hälfte der eingenommenen Gelder an die Dachorganisation Islamic Relief Worldwide weitergeleitet, ohne dass deren Verwendung offengelegt wird. Vom israelischen Verteidigungsministerium wurde IRD „als Teil des Finanzsystems der Hamas“ angesehen (Adamek 2017, S. 210.) Zudem sponserte die IRD ideologische, d. h. eindeutig nicht humanitären Zwecken dienende Veranstaltungen wie die Jahrestreffen der IGD 2015 und 2016 sowie Veranstaltungen der „Muslimischen Jugend in Deutschland. (ebd., S. 214ff.) Laut Satzung dürfen nur Muslime Mitglieder dieses Vereins werden. Dennoch erhielt IRD von staatlicher Seite 6 Millionen Euro an Steuermitteln.
[44] https://www.bpb.de/politik/extremismus/islamismus/290422/die-muslimbruderschaft-in-deutschland
[45] Vgl. hierzu den Artikel „Islamisierung als reales Phänomen“ https://hintergrund-verlag.de/analyse-der-islamischen-herrschaftskultur/islamisierung-als-reales-phaenomen/
[46] http://www.gam-online.de/text-esreicht.html
[47] https://hintergrund-verlag.de/analyse-der-islamischen-herrschaftskultur/gam-ev-saekulare-lebensordnung-vs-islamisches-gottesrecht/
Zum Weiterlesen:


