Deutschland: Eingeklemmt zwischen Krise und Machtlosigkeit

Ein Jahr nach der deutschen Bundestagswahl gilt weiterhin: Die politische Stimmungslage in der Bevölkerung bleibt miserabel. Kein Wunder.
Jörg Braukmann, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ein Jahr nach der Bundestagswahl hat sich in Deutschland angesichts der anhaltenden gesamtgesellschaftlichen Krisenentwicklung weder die politische Stimmungslage noch die Einstellung gegenüber den Regierenden verbessert. Ganz im Gegenteil ist eine Verschlechterung festzustellen.

So käme die schwarz-rote Regierung aktuell nur noch auf 41,5 Prozent[1]. 75 Prozent sind mit der Arbeit der Bundesregierung (sehr oder eher) unzufrieden. Zudem sind 72 Prozent der Auffassung, dass Friedrich Merz seine Arbeit als Bundeskanzler (sehr oder eher) schlecht macht[2].

Zwar ist aufgrund der weitgehenden Beendigung des Kriegsgeschehens in Syrien die Zahl der Asylantragsteller im letzten Jahr gesunken. Allerdings waren dennoch weitere 168.543 Erst- und Folgeanträge zu verzeichnen[3]. Dem standen zwischen Januar und November 2025 nur 21.311 Abschiebungen gegenüber[4], während eine nun angezeigte Rückführung insbesondere von jetzt sachlich nicht mehr aufenthaltsberechtigten Syrern nach wie vor ausbleibt[5]. Auch über das Bund-Länder-Förderprogramm REAG/GARP haben nur 3.700 Syrer Deutschland verlassen.


Wie so viele nicht eingehaltene Versprechen wurde damit auch die von Merz vollmundig angekündigte „Wende in der Migrationspolitik“ nicht eingelöst. Nach wie vor sind die zahlreichen gesellschaftlichen Belastungen ungebrochen spürbar, die sich infolge der irregulären Massenimmigration der letzten Jahre eingestellt und verfestigt haben[6].

Vor diesem Hintergrund sind nach einer neuen Umfrage 61 Prozent der Meinung, dass zu viele Ausländer in Deutschland leben. (Das sind 3 Prozent mehr als im letzten Jahr.) Zudem sagen 68 Prozent, dass sich hier zu viele Asylmigranten bzw. „Flüchtlinge“ aufhalten. 63 Prozent sind – gerade auch angesichts der überproportional hohen Kriminalitätsrate von Migranten – besorgt, dass Gewalt und Kriminalität zunehmen und 57 Prozent fürchten einen weiteren Andrang von Flüchtlingen nach Europa. Generell äußern 72 Prozent die Sorge, dass die Lage in Europa und der Welt immer unberechenbarer wird.

In außenpolitischer Hinsicht machen sich 78 Prozent große Sorgen wegen des Krieges in der Ukraine und 69 Prozent darüber, dass Deutschland in militärische Konflikte hineingezogen werden könnte. Allerdings ist die Überzeugung rückläufig, dass Russland nach der Ukraine weitere Länder angreifen wird. Im Unterschied zur letzten Befragung (46 Prozent) sind jetzt nur noch 35 Prozent dieser Ansicht. 33 Prozent (zuvor 28 Prozent) glauben das nicht.

Auf die Frage, ob sich Deutschland bei einem angenommenen Angriff Russlands auf die baltischen Staaten (Estland, Lettland oder Litauen) an einem Militäreinsatz zur Verteidigung dieser Länder beteiligen oder heraushalten sollte, sind insgesamt 39 Prozent für „beteiligen“ und 38 Prozent für „heraushalten“ (28 Prozent unentschieden). In Westdeutschland („alte Bundesländer“ ) 43 Prozent für  „beteiligen“ und 33 Prozent für „heraushalten“, in Ostdeutschland 19 Prozent für „beteiligen“ und 61 Prozent für „heraushalten“.[7]

In wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht machen sich 74 Prozent große Sorgen wegen der Inflation insgesamt, 57 Prozent wegen der Energie- und Heizkosten und 55 Prozent, dass es zu wenig bezahlbare Wohnung gibt. Ebenfalls 55 Prozent sind generell wegen der wirtschaftlichen Lage in Deutschland besorgt.[8] Laut einer INSA-Umfrage sind 49 Prozent davon überzeugt, dass es mit der deutschen Wirtschaft abwärts geht. Nur 15 Prozent sind gegenteiliger Auffassung und 26 Prozent antworten mit weder noch[9].


[1] INSA-Umfrage: https://www.youtube.com/watch?v=RUYM5DN2cXw


[2] https://yougov.de/politics/articles/54069-yougov-sonntagsfrage-februar-2026-zustimmung-zur-union-bleibt-unter-bundestagswahl-ergebnis-zufriedenheit-mit-bundesregierung-auf-tiefstand

[3] https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/zahl-asylantraege-gesunken-104.html

[4] https://mediendienst-integration.de/fluechtlinge/abschiebungen/wie-viele-abschiebungen-und-freiwillige-ausreisen-gibt-es/

[5] Siehe dazu: https://diefreiheit.info/rueckfuehrung-von-sunnitischen-syrern-laengst-angezeigt/

[6] Siehe dazu: https://hintergrund-verlag.de/spaetkapitalistische-systementwicklung/hartmut-krauss-irregulaere-masseneinwanderung-als-gesellschaftlicher-krisengenerator/

[7] https://www.sicherheitsreport.net/wp-content/uploads/Download_Praesentation_2026.pdf


[8] https://www.sicherheitsreport.net/wp-content/uploads/Download_Praesentation_2026.pdf

[9] https://www.youtube.com/watch?v=RUYM5DN2cXw

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